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Bundesnetzagentur: Eigenes 5G-Netz von 1&1 deckt 0,2 Prozent Deutschlands ab

Die Bundesnetzagentur hat erstmals Angaben nur Netzabdeckung von 1&1 veröffentlicht. Durch das Roaming im Netz der Telefónica merken die Kunden davon nichts.
/ Achim Sawall
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Antennen von 1&1 (Bild: 1&1)
Antennen von 1&1 Bild: 1&1

Das eigene 5G-Netz von 1&1 Mobilfunk deckt bislang nur eine minimale Fläche in Deutschland ab. Marta Mituta, eine Sprecherin der Bundesnetzagentur, erklärte Golem.de am 14. März 2024 auf Nachfrage: "Für 1&1 gilt: 4G: rund 0,1 Prozent und 5G: rund 0,2 Prozent. Der Stand dieser Daten ist Januar 2024."

Die Bundesnetzagentur hat heute die interaktive Karte zum Mobilfunk-Monitoring um die Netzabdeckung der 1&1 Mobilfunk ergänzt und Informationen zu unterversorgten Gebieten im Gigabit-Grundbuch veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Die Mobilfunkabdeckung der Fläche in Deutschland schließt auch unbewohnte Gebiete wie Wälder, Gebirge und Seen mit ein.

Die Bundesnetzagentur erklärte: "Seit dem 08. Dezember 2023 betreibt das Unternehmen ein eigenes öffentliches Mobilfunknetz. 1&1 nutzt zusätzlich National Roaming im Netz der Telefónica Germany zur Versorgung seiner Kundinnen und Kunden." In der aktualisierten Mobilfunk-Karte werde deshalb bei dem Netzbetreiber 1&1 farblich zwischen dem eigenen Netz und dem Roaming-Netz der Telefónica unterschieden. "Vor dem Netzstart im Dezember 2023 bot 1&1 lediglich stationären Internetzugang über Fixed Wireless Access an. Dafür nutzte sie die eigene 5G-Netzinfrastruktur."

1&1 wagt sich an ein spannendes Experiment

Tatsächlich ist es unter Experten unstrittig, dass das Bauen von Mobilfunknetzen "from the scratch" eine harte Aufgabe darstellt. 1&1 wagt sich tatsächlich an ein spannendes Experiment. Wenn der neue Netzbetreiber es schafft, dann stellt er sozusagen den "Goldstandard bei Open RAN" dar. Wobei fraglich bleibt, ob 1&1 Mobilfunk das Innovationstempo der gesamten Branche mitgehen kann – oder ob das Unternehmen das vielleicht gar nicht muss, wenn es nur konsequenter Preisbrecher sein will.

1&1 Drillisch ersteigerte im Jahr 2019 bei der 5G-Frequenzauktion Blöcke für 1,07 Milliarden Euro, was mit Auflagen verbunden war. Am 3. Januar 2023 waren statt der vorgeschriebenen 1.000 5G-Stationen nur drei oder fünf Antennen vorhanden. Deswegen eröffnete die Bundesnetzagentur ein Verfahren gegen 1&1 ; das Bundeskartellamt wiederum untersucht , ob Vodafone und deren Tochter Vantage Towers 1&1 bewusst behindert haben.

Im Januar 2024 gab es 100 Antennen im eigenen Netz von 1&1. Das Unternehmen hatte angekündigt, zu Beginn des Jahres 200 Standorte aktiv schalten wollen. Am kommenden Donnerstag wird 1&1 auf seiner Bilanzpressekonferenz neue Angaben zum Netzausbau vorlegen.


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