Bundesnetzagentur: Deutschland beteiligt an Studien zu Flugsicherheit und 5G

In den USA ist 5G näher am Frequenzbereich von Funkhöhenmessern dran. Doch auch in Deutschland wird das Problem untersucht.

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Es dämmert bei 5G und Flugsicherheit
Es dämmert bei 5G und Flugsicherheit (Bild: Deutsche Flugsicherung)

Die Bundesnetzagentur begleitet Studien zur Beeinflussung von Funkhöhenmessern und 5G. Das sagte Behördensprecher Michael Reifenberg Golem.de auf Anfrage. Diese Untersuchungen führt die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) durch.

Es geht um mögliche Beeinflussungen von Funkhöhenmessern, die im Frequenzbereich von 4.200 bis 4.400 MHz arbeiten, durch 5G im Frequenzbereich von 3.400 bis 3.800 MHz. "Basierend auf den Ergebnissen wird im Anschluss über eventuell notwendige Maßnahmen im Bereich der CEPT entschieden werden", sagte Reifenberg.

Der Funkhöhenmesser oder Radar-Höhenmesser sorgt dafür, dass der Pilot weiß, wie weit sich das Flugzeug über dem Boden befindet. Die korrekte Funktion dieses Geräts erfordert die genaue Übertragung von Signalen im Frequenzbereich von 4,2 bis 4,4 GHz, das für die Luftfahrt geschützt ist. 5G-Netze arbeiten in einem Funkfrequenzband, das nicht zu weit von der Funkhöhenmesserfrequenz entfernt ist.

"Nach unseren Erfahrungen ist es in Deutschland bisher nicht zu Störungen der Bordelektronik von Flugzeugen durch 5G-Mobilfunk gekommen", sagte Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung Golem.de auf Anfrage. "In den USA ist geplant, den benachbarten Frequenzbereich von 3,7 bis 3,98 GHz für 5G-Mobilfunk zu nutzen. US-amerikanische Untersuchungen haben gezeigt, dass unerwünschte Aussendungen von 5G-Basisstationen Störungen der Radiohöhenmesser verursachen könnten."

Störungen durch Filter stärker unterdrücken

Doch in Europa halte der 5G-Mobilfunk etwas mehr Abstand. Hier sei lediglich die Nutzung des Frequenzbereichs 3,4 bis 3,8 GHz für 5G vorgesehen. "Deutschland hat den 5G-Mobilfunk auf den Frequenzbereich von 3,4 bis 3,7 GHz begrenzt, so dass sich der Schutzabstand noch einmal vergrößert", erklärte Kelek. Eine Ausnahme bildeten Firmennetze, die auf wesentlich schwächeren 5G-Signalen beruhen.

Eine gemeinsame europäisch/US-amerikanische Arbeitsgruppe der europäischen Standardisierungsorganisation EUROCAE und der US-Standardisierungsorganisation RTCA arbeiteten daran, den Minimum Operational Performance Standard für Radiohöhenmesser so zu verschärfen, dass Störaussendungen von 5G-Mobilfunk durch Filter stärker unterdrückt werden.

Dazu Kelek: "Die European Aviation Safety Agency (EASA) hat mit Hilfe eines Continuing Airworthiness Review Item (CARI) die Flugzeughersteller und die Hersteller von Radiohöhenmessern befragt, welche Gerätetypen zurzeit verwendet werden und wie diese auf Störaussendungen von 5G reagieren." Doch bisher seien dazu noch keine Informationen veröffentlicht worden.

Die Deutsche Flugsicherung gehe davon aus, dass die EASA bei potenziellen Störungen von Radiohöhenmessern durch 5G eng mit anderen europäischen Institutionen, wie EC DG Move, EC DG Connect, Eurocontrol und CEPT zusammenarbeitet. Insbesondere der CEPT-Arbeitsgruppe PT1 komme dabei eine Schlüsselrolle zu, da sie europaweit gültige Rahmenbedingungen für die Mobilfunknutzung festlegt. "Sie könnte verschärfte Auflagen für die 5G-Nutzung an Flughäfen wie Begrenzung der Strahlungsleistung, Vorgaben bezüglich der Antennenausrichtung und anderes festlegen", sagte Kelek.

Die Deutsche Flugsicherung arbeite zu 5G mit Vertretern von Airbus, EASA, Luftfahrt-Bundesamt und Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung in der von der Bundesnetzagentur organisierten Nationalen Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der wichtigen Konferenz ECC PT1 mit.

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