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Bundesnetzagentur: 5G kommt mit großen Funklöchern

Auch 5G darf mit Zustimmung der Bundesnetzagentur Funklöcher haben. Die Konzerne haben ihre Interessen damit weitgehend durchgesetzt, auch was National Roaming und Zugangsverpflichtung anbelangt.
/ Achim Sawall
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5G-Antenne von Huawei (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
5G-Antenne von Huawei Bild: Achim Sawall/Golem.de

Die Bundesnetzagentur wird bei der Vergabe der Frequenzen für das 5G-Mobilfunknetz keine flächendeckende Versorgung vorschreiben. Das geht aus dem Beschluss der Präsidentenkammer hervor, der dem Handelsblatt vorliegt(öffnet im neuen Fenster) . Danach sollen die Netzbetreiber bis 2022 zunächst 500 5G-Funkmasten aufbauen. Um die Versorgung mit Mobilfunk in Deutschland zu verbessern, sollen die Netzbetreiber bestehende Frequenzen nutzen und müssen bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte mit 100 Megabit in der Sekunde versorgen, ebenso alle Autobahnen und Bundesstraßen.

Bei hoch ausgelasteten Schienenwegen im Nah- und Fernverkehr müssen mindestens 50 MBit/s bereitstehen. "Die Bundesnetzagentur geht an die Belastungsgrenze der Unternehmen" , rechtfertigte Präsident Jochen Homann auf Nachfrage des Handelsblatts die Entscheidung.

Ernüchterung dürfte bei MVNO (Mobile Virtual Network Operator) wie 1&1 aufkommen, da es keine Verpflichtung für Netzbetreiber geben wird, Diensteanbieter zu regulierten Preisen Zugang zum 5G-Netz zu gestatten. Auch wird es kein nationales Roaming geben, mit dem Netzanbieter bei Lücken im Netz auf das Angebot anderer Betreiber zugreifen. "Rechtlich ist es nicht möglich, die Netzbetreiber zu verpflichten, ihre Netze anderen Anbietern zur Verfügung zu stellen" , betont Homann.

Immerhin werden ein Viertel der zu vergebenen Frequenzen für lokale und regionale Anwendungen reserviert und nicht versteigert So sollen "möglichst viele Geschäftsmodelle im industriellen und landwirtschaftlichen Bereich" ermöglicht werden, wie es in dem Beschluss heißt.

Die Auktion der Frequenzen soll im Frühjahr 2019 stattfinden. Mit einem Bietergefecht und einem Auktionserlös wie im Jahr 2000 bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen rechnet der Behördenchef nicht. "50 Milliarden Euro wird der Staat sicher nicht noch einmal erlösen, auch wenn sich das manche Haushaltspolitiker wünschen mögen" , sagte Homann. "Die Bundesnetzagentur zielt nicht auf Erlösmaximierung."


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