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Bundesnetzagentur: 1&1 will Zugang zu den 5G-Netzen aller Betreiber erzwingen

1&1 -Chef Dommermuth will die 5G -Netze der Deutschen Telekom , Vodafone und Telefónica für Roaming öffnen lassen.
/ Achim Sawall
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5G-Antenne von United Internet in Karlsruhe (Bild: United Internet)
5G-Antenne von United Internet in Karlsruhe Bild: United Internet

Der Chef von 1&1 will Zugriff auf die modernsten Netze der Konkurrenz erzwingen. Ralph Dommermuth sagte dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) : Man habe "bei der Bundesnetzagentur nun nationales Roaming auch für 5G in den Netzen von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica beantragt." Die zwölf Millionen Kunden könnten dann schon während der Jahre des Netzaufbaus im ganzen Land 5G-nutzen.

"Es wäre kein fairer Wettbewerb, wenn wir unseren Kunden nur die in die Jahre gekommene 4G-Technologie anbieten könnten" , sagte er. Telefónica Deutschland (O2) stellt 1&1 im Rahmen einer EU-Auflage bereits 4G-Netz zur Verfügung.

Im Mai 2021 trafen Telefónica Deutschland und 1&1 nach langen Verhandlungen eine LTE-Roaming-Vereinbarung. Immer wenn das Netz von 1&1 Mobilfunk nicht verfügbar ist, sollen die über 11 Millionen Mobilfunkkunden per Roaming ins Telefónica-Netz wechseln können. Im Sommer 2023 wird das von Telefónica zu entwickelnde National Roaming hinzugeschaltet.

Im Interview bekräftigte Dommermuth, sein Open-RAN-5G-Netz aufzubauen. "Der Hochlauf nimmt Fahrt auf" , behauptete er. Derzeit seien 20 Standorte in Betrieb, weitere 80 würden gerade mit Antennen ausgestattet. Ende des Jahres wolle 1&1 dann 1.200 aktivierbare Standorte zur Verfügung haben. Hier drückte sich Dommermuth nicht eindeutig aus, denn aktivierbar bedeutet noch nicht aktiv.

1&1 liegt beim Netzaufbau bislang weit hinter den ursprünglichen Plan zurück. Ende April leitete die Bundesnetzagentur deshalb ein Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen ein. "Wir würden aber natürlich versuchen, mögliche Zahlungen an unsere Dienstleister weiterzureichen" , sagte Dommermuth nun. Vor allem sein Partner Vantage Towers verfehlte die vereinbarten Ausbauziele bislang deutlich.


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