Bundesliga: Polizeigewerkschaft will Gesichtserkennung und Personenscan

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich vor dem Saisonbeginn der Fußball-Bundesliga für mehr Überwachungstechnik in Fußballstadien ausgesprochen. "Die GdP fordert eine intensivere, rechtssichere Nutzung moderner Sicherheitstechnik, darunter automatisierte Gesichtserkennungssoftware und Personenscanner, insbesondere vor den Kurven" , sagte der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland der Madsack-Gruppe. Für "gewaltbereite Hooligans oder zündelnde Ultras" sei kein Platz im Stadion.
"Dennoch schützen einige Vereinsvorstände das kriminelle und gefährliche Verhalten" , meinte Kopelke. Fußballstadien gehörten "den wahren Fans und nicht den Schlägern und Krawallmachern" .
Hassgesänge, Pyroabbrand und Gewalt?
Kopelke forderte die Verantwortlichen in den Ligen auf, "ihrer Pflicht zum Schutz der Veranstaltung nachzukommen und sofort deutlich mehr in Sicherheitspersonal und -infrastruktur zu investieren, auch um die Polizei besser zu unterstützen." Der Fußball benötige "weder Hassgesänge noch Pyroabbrand noch Gewalt" .
Widerspruch gegen die Überwachungsforderungen des Polizeigewerkschaftlers kamen vom Dachverband der Fanhilfen. Vereinsvorständin und Rechtsanwältin Linda Röttig sagte dem Redaktionsnetzwerk: "Wer solche realitätsfernen Forderungen erhebt, hat mit Sicherheit noch nie ein Spiel im Stadion erlebt." Jedes Wochenende besuchten Hunderttausende Fans die Spiele. "Niemand würde mit seiner Familie zu einem Spiel kommen, wenn es solche Zustände geben würde, die die GdP immer wieder heraufbeschwört und mit denen solche Maßnahmen begründet werden." Der GdP warf sie "Totalüberwachungsfantasien à la 1984 von George Orwell" vor, die gegen die Grundrechte der Fußballfans verstießen.
Äußerst brutales Vorgehen der Polizei gegen Fans
Der neue Saisonbericht vom Juni 2025(öffnet im neuen Fenster) kritisierte "ein äußerst brutales Vorgehen der Polizei gegen Fans" , erläuterte Röttig. "Auch nach der vergangenen Saison bleiben wir bei unserer Einschätzung, dass Fans vielfach einem ungezügelten und unkontrolliert auftretenden Polizeiapparat ausgesetzt sind. Wir beobachten ebenso, dass durch polizeiliches Handeln der Stadionbesuch von größeren Gruppen am Spieltag trotz des Besitzes von Eintrittskarten zunehmend verhindert wird. Solche Einsätze werden durch eine sich immer weiter radikalisierende Rhetorik von politischer Seite, mit der über Fans gesprochen wird, legitimiert. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr" , sagte Röttig.



