Bundeshack: Hack auf Bundesregierung erfolgte über Lernplattform Ilias

Die Bundesregierung wurde über die Lernplattform Ilias gehackt, die an der Hochschule des Bundes zu Weiterbildungszwecken genutzt wird. Die Einrichtung nutzte eine alte Version mit zahlreichen Sicherheitslücken.

Eine Exklusivmeldung von und Hanno Böck veröffentlicht am
Die Bundesregierung nutzt die Software Ilias zur Weiterbildung - und diese das Standardpasswort Homer.
Die Bundesregierung nutzt die Software Ilias zur Weiterbildung - und diese das Standardpasswort Homer. (Bild: Wikimedia Commons)

Unter lernplattform-bakoev.bund.de können Mitarbeiter des Bundes Weiterbildungsangebote der Bundesakademie für Öffentliche Verwaltung wahrnehmen - eigentlich. Denn die von der Hochschule des Bundes betriebene Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Wer sie besuchen will, bekommt nur die Fehlermeldung: "Die Lernplattform Ilias ist zurzeit nicht erreichbar. Sie wurde auf Empfehlung des BSI vorsorglich vom Netz genommen." Über diese Plattform soll der Hack auf die Bundesregierung abgelaufen sein.

Inhalt:
  1. Bundeshack: Hack auf Bundesregierung erfolgte über Lernplattform Ilias
  2. Hochschule nutzte veraltete Version mit bekannten Sicherheitslücken

Dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) sind nach eigener Auskunft keine Sicherheitslücken in der Ilias-Software bekannt, das Bundesministerium des Innern wollte auf Nachfrage keine weiteren Angaben zu dem Angriff machen.

Die Fehlermeldung bestätigt frühere Medienberichte, denen zufolge ein E-Learning-Angebot der Bundesregierung Einfallstor für die Malware war. Über ein mit Schadsoftware präpariertes Kursangebot hätten die Angreifer es geschafft, in 17 Rechner im Auswärtigen Amt einzudringen und von dort mehrere vertrauliche Dokumente zu kopieren, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet. Der Angriff wurde intern angeblich im Dezember 2017 entdeckt, soll aber zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Monate aktiv gewesen sein. Es heißt, die Bundesregierung sei von einem befreundeten Geheimdienst auf die infizierten Rechner hingewiesen worden.

Der Angriff zielte demnach eher auf einzelne Rechner in Ministerien ab als auf das Netzwerk der Bundesregierung selbst, den Informationsverbund Bonn Berlin. Medienberichten zufolge gehen Sicherheitbehörden von einem russischen Ursprung der Angriffe aus.

Ilias bestätigt Hack der eigenen Software

Stellenmarkt
  1. Teamleiter:in (m/w/d) IT Infrastruktur
    DKMS gemeinnützige GmbH, Tübingen, Köln
  2. IT-System- & Netzwerkadministrator (w/m/d)
    Ilsenburger Grobblech GmbH, Ilsenburg (Harz)
Detailsuche

Ilias ist ein Open-Source-Projekt, es wird an zahlreichen Universitäten und auch an anderen öffentlichen Einrichtungen genutzt. Der Verein hat seinen Sitz in Köln. Auf der Admin-Mailingliste des Vereins schreibt Ilias-Produktmanager Matthias Kunkel am 8. März, dass bei dem Hack auf das Netzwerk der Bundesregierung "leider auch eine Ilias-Installation involviert gewesen sein" soll. Genauere Informationen über möglicherweise verwendete Sicherheitslücken habe man allerdings derzeit nicht. Der Verein will die Sicherheitsproblematik bei der Ilias-Entwicklertagung in der kommenden Woche in Halle/Saale besprechen.

Auf Anfrage von Golem.de äußerte sich Matthias Kunkel von Ilias zu der Software. Er sagte: "Der Verein Ilias Open Source E-Learning e.V. gibt Ilias als Open Source Software heraus und koordiniert deren Softwareentwicklung. Betrieben werden die jeweiligen Ilias-Installationen aber von den Institutionen oder Unternehmen, die Ilias für ihre E-Learning-Zwecke einsetzen." Die vom Netz genommene Installation der Bundesakademie werde "von der Hochschule Bund betrieben".

Tatsächlich gibt es einige Sicherheitslücken, die Angreifer ausgenutzt haben könnten ...

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Hochschule nutzte veraltete Version mit bekannten Sicherheitslücken 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
CDU-Sicherheitslücke
Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit

Dass eine Person, die verantwortungsvoll eine Sicherheitslücke gemeldet hat, dafür juristischen Ärger bekommt, ist fatal und schadet der IT-Sicherheit.
Ein IMHO von Hanno Böck

CDU-Sicherheitslücke: Juristische Drohungen schaden der IT-Sicherheit
Artikel
  1. Kritik der Community: Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab
    Kritik der Community
    Microsoft schaltet Kommentare unter Windows-11-Video ab

    In einem Youtube-Video verteidigt Microsoft die Bedingungen von Windows 11. Die Community ist außer sich, Kommentare werden geblockt.

  2. Connect-App: CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an
    Connect-App  
    CDU zeigt offenbar Hackerin nach Melden von Lücken an

    Nach dem Auffinden einer Lücke in einer CDU-App zeigt die Partei nun die Finderin an. Der CCC will deshalb keine Lücken mehr an die CDU melden.

  3. Datenübertragung: Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen
    Datenübertragung
    Flüssigkernfaser könnte Glasfaser ersetzen

    Schweizer Forscher haben eine Faser entwickelt, die Daten genauso gut überträgt wie eine Glasfaser, aber dieser gegenüber Vorteile hat.

BLi8819 15. Mär 2018

Kannst du ja dennoch, wenn es notwendig wird. Wird aber wohl eher selten der Fall sein...

mimimi123 13. Mär 2018

jaja sicher. Falls das jemals wer geglaubt hat, dann glaubt der das leider noch immer.

Hirngespinste 12. Mär 2018

@SilentWolf: Ich habe gerade mit Hilfe eines Skalarwellen-Funkempfaengers mit Dr. Axel...

bombinho 12. Mär 2018

Also wenn ich hier nicht irgendetwas verpasst habe, kenne ich keine mittelstaendische...

KlugKacka 12. Mär 2018

Hmm, Nutzen die es auch? Oder nur um uns zu Hacken?



  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • Robas Lund DX Racer Gaming-Stuhl 153,11€ • HyperX Cloud II Gaming-Headset 59€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 60 Jahre Saturn-Aktion [Werbung]
    •  /