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Bundeshack: Hack auf Bundesregierung erfolgte über Lernplattform Ilias

Die Bundesregierung wurde über die Lernplattform Ilias gehackt, die an der Hochschule des Bundes zu Weiterbildungszwecken genutzt wird. Die Einrichtung nutzte eine alte Version mit zahlreichen Sicherheitslücken.

Eine Exklusivmeldung von und Hanno Böck veröffentlicht am
Die Bundesregierung nutzt die Software Ilias zur Weiterbildung - und diese das Standardpasswort Homer. (Bild: Wikimedia Commons)

Unter lernplattform-bakoev.bund.de können Mitarbeiter des Bundes Weiterbildungsangebote der Bundesakademie für Öffentliche Verwaltung wahrnehmen - eigentlich. Denn die von der Hochschule des Bundes betriebene Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Wer sie besuchen will, bekommt nur die Fehlermeldung: "Die Lernplattform Ilias ist zurzeit nicht erreichbar. Sie wurde auf Empfehlung des BSI vorsorglich vom Netz genommen." Über diese Plattform soll der Hack auf die Bundesregierung abgelaufen sein.

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Dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) sind nach eigener Auskunft keine Sicherheitslücken in der Ilias-Software bekannt, das Bundesministerium des Innern wollte auf Nachfrage keine weiteren Angaben zu dem Angriff machen.

Video: Bundesregierung über Lernsoftware gehackt - Bericht [1:21]

Die Fehlermeldung bestätigt frühere Medienberichte, denen zufolge ein E-Learning-Angebot der Bundesregierung Einfallstor für die Malware war. Über ein mit Schadsoftware präpariertes Kursangebot hätten die Angreifer es geschafft, in 17 Rechner im Auswärtigen Amt einzudringen und von dort mehrere vertrauliche Dokumente zu kopieren, wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet. Der Angriff wurde intern angeblich im Dezember 2017 entdeckt, soll aber zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Monate aktiv gewesen sein. Es heißt, die Bundesregierung sei von einem befreundeten Geheimdienst auf die infizierten Rechner hingewiesen worden.

Der Angriff zielte demnach eher auf einzelne Rechner in Ministerien ab als auf das Netzwerk der Bundesregierung selbst, den Informationsverbund Bonn Berlin. Medienberichten zufolge gehen Sicherheitbehörden von einem russischen Ursprung der Angriffe aus.

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Ilias bestätigt Hack der eigenen Software

Ilias ist ein Open-Source-Projekt, es wird an zahlreichen Universitäten und auch an anderen öffentlichen Einrichtungen genutzt. Der Verein hat seinen Sitz in Köln. Auf der Admin-Mailingliste des Vereins schreibt Ilias-Produktmanager Matthias Kunkel am 8. März, dass bei dem Hack auf das Netzwerk der Bundesregierung "leider auch eine Ilias-Installation involviert gewesen sein" soll. Genauere Informationen über möglicherweise verwendete Sicherheitslücken habe man allerdings derzeit nicht. Der Verein will die Sicherheitsproblematik bei der Ilias-Entwicklertagung in der kommenden Woche in Halle/Saale besprechen.

Auf Anfrage von Golem.de äußerte sich Matthias Kunkel von Ilias zu der Software. Er sagte: "Der Verein Ilias Open Source E-Learning e.V. gibt Ilias als Open Source Software heraus und koordiniert deren Softwareentwicklung. Betrieben werden die jeweiligen Ilias-Installationen aber von den Institutionen oder Unternehmen, die Ilias für ihre E-Learning-Zwecke einsetzen." Die vom Netz genommene Installation der Bundesakademie werde "von der Hochschule Bund betrieben".

Tatsächlich gibt es einige Sicherheitslücken, die Angreifer ausgenutzt haben könnten ...

  1. Hochschule nutzte veraltete Version mit bekannten Sicherheitslücken
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