Abo
  • Services:

Bundeshack: Ausländischer Geheimdienst soll Regierung gewarnt haben

Der Angriff auf das Netzwerk der Bundesregierung soll sich über eine Hochschule des Bundes bis hin zum Außenministerium gezogen haben. Der Bundestag hat in mehreren Sondersitzungen offenbar widersprüchliche Angaben von der Regierung erhalten.

Artikel von und veröffentlicht am
Die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung
Die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Bild: HS Bund)

Die Bundesregierung hat den Hack des eigenen Netzwerkes offenbar nicht selbst entdeckt, sondern soll von einem anderen Geheimdienst gewarnt worden sein. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) wurde die Regierung am 19. Dezember 2017 erstmals darüber informiert.

Inhalt:
  1. Bundeshack: Ausländischer Geheimdienst soll Regierung gewarnt haben
  2. Widersprüchliche Angaben in den Ausschüssen

Nach der ersten Meldung soll das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Ermittlungen aufgenommen haben und konnte einen ersten Infektionsvektor in der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung ausmachen. Von dort sollen die Angreifer sich weiter im Netzwerk ausgebreitet haben, bis sie schließlich im Auswärtigen Amt landeten. Nach Angaben des RBB wurde dort zuerst die Liegenschaftsverwaltung infiziert, später "ein Referat mit Russlandbezug". Von dort sollen die Angreifer sechs Dokumente heruntergeladen haben, die zum Teil Bezug zu Russland, der Ukraine und Belarus haben sollen.

Bundesregierung will alles unter Kontrolle haben

Die Angaben widersprechen der Darstellung der Bundesregierung und des geschäftsführenden Innenministers Thomas de Mazière (CDU), wonach die Regierung den Angriff entdeckt, isoliert und unter Kontrolle gehabt habe. Weiter unklar bleibt vor allem, wie umfangreich und erfolgreich der Angriff letztlich war.

Das Parlamentarische Kontrollgremium für die Nachrichtendienste sprach nach einer ersten Bestandaufnahme am Donnerstag von einem "veritablen Cyberangriff" gesprochen, ohne Details zu nennen. Außerdem hieß es, dass ein "erheblicher Geheimnisverrat" stattgefunden habe. Nach der Sitzung zog der Linken-Abgeordnete André Hahn, Mitglied des Gremiums, einen Vergleich zu einem früheren Spionage-Fall: "Mich erinnert das Ganze in fataler Weise an den Fall Markus R., den CIA-Spion im BND."

Snake statt APT28

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, München, Meckenheim, Hilden
  2. 10X Innovation GmbH & Co. KG, Berlin

Der Spiegel schreibt unter Verweis auf Sicherheitsbehörden, dass hinter dem Angriff die Russland zugeordnete Gruppe Snake stecke. Zunächst hatte die dpa gemeldet, dass es sich um die Gruppe APT28 handeln solle, die ebenfalls mit Russland in Verbindung gebracht wird. Bislang gibt es keine öffentlich bekannten Indizien, die für die Beteiligung einer der Gruppen eindeutige Hinweise liefern. Im vergangenen Jahr hatte Kaspersky Forschungsergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass immer wieder auch gezielt falsche Fährten gelegt werden, um eine korrekte Attribution zu erschweren.

Die Snake-Gruppe, von einigen Sicherheitsfirmen wie Eset auch Turla genannt, ist seit Jahren aktiv und verwendet ausgefeiltere Methoden als Fancy Bear. Die Gruppe infiltriert systematisch wichtige Unternehmen wie die schweizerische RUAG. Turla ist insbesondere dafür bekannt, Daten unbemerkt aus Netzwerken herausschmuggeln zu können. In einigen Fällen soll sie infizierte Rechner als Brückenkopf in Intranets einer Firma genutzt haben. So könnte auch ein Angriff auf das Netz der Verwaltung abgelaufen sein.

Widersprüchliche Angaben in den Ausschüssen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Be quiet Silent Base 601 104,90€, Zyxel-Switch 44,99€)
  2. (Zugang für die ganze Familie!)
  3. (u. a. Canon EOS 2000D + Objektiv 18-55 mm für 299€ statt 394€ im Vergleich)
  4. ab 119,99€

Abdiel 07. Mär 2018

Nicht in Sachsen ;-)

Lemo 05. Mär 2018

Genau. Ich behaupte ja nicht, dass die deutschen Nachrichtendienste schlecht wären, aber...

Schrödinger's... 04. Mär 2018

In jedem normalen Konzern bekommt ein unbekanntes Gerät überhaupt keine Nerzwerkadresse...

koki 03. Mär 2018

Keine Sorge die Cyberpolizei kümmert sich darum. Die Anzeige ist soeben reingegangen und...

Niaxa 03. Mär 2018

Man kann auch einen Angriff in Gang setzen mit Geheimnisverrat. Deswegen muss es kein...


Folgen Sie uns
       


Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti)

Wir haben die Reflections Raytracing Demo auf einer Nvidia Geforce RTX 2080 Ti und auf einer GTX 1080 Ti ablaufen lassen.

Reflections Raytracing Demo (RTX 2080 Ti vs. GTX 1080 Ti) Video aufrufen
Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

Life is Strange 2 im Test: Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
Life is Strange 2 im Test
Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

Keine heile Teenagerwelt mit Partys und Liebeskummer: Allein in den USA der Trump-Ära müssen zwei Brüder mit mexikanischen Wurzeln in Life is Strange 2 nach einem mysteriösen Unfall überleben. Das Adventure ist bewegend und spannend - trotz eines grundsätzlichen Problems.
Von Peter Steinlechner

  1. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

    •  /