Abo
  • Services:

Bundesgerichtshof: Vorkasse bei Flugreisen ist rechtens

Eine geforderte komplette Vorauszahlung von Flugreisen ist rechtlich erlaubt. Wer früher buche, zahle schließlich in der Regel einen geringeren Preis, entschied der BGH.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Lufthansa darf die Flugpreis direkt bei der Buchung verlangen.
Die Lufthansa darf die Flugpreis direkt bei der Buchung verlangen. (Bild: Adam Berry/Getty Images)

Fluggesellschaften dürfen bereits bei einer frühzeitigen Buchung die Zahlung des vollen Flugpreises verlangen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch und wies damit mehrere Klagen von Verbraucherschützern gegen zwei Fluglinien und gegen ein Online-Buchungsportal ab. Mit der Vorauszahlung würden Fluggäste nicht unangemessen benachteiligt, teilte der BGH mit (Aktenzeichen X ZR 97/14, X ZR 98/14, X ZR 5/15). Die Vorinstanzen waren bei den Klagen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Lufthansa, Tui-Fly und Condor zu unterschiedlichen Urteilen gekommen.

Stellenmarkt
  1. Bayerische Versorgungskammer, München
  2. NORMA Group Holding GmbH, Maintal bei Frankfurt am Main

Nach Ansicht der Bundesrichter ist es auch nicht erforderlich, die Zahlung des Flugpreises zu splitten und zunächst nur eine Anzahlung zu verlangen. Die Nachteile des Fluggasts seien nicht von solchem Gewicht, dass eine Umstellung der weltweit üblichen und einheitlichen Abrechnungspraxis "unter Beeinträchtigung deren auch im Allgemeininteresse liegender wirtschaftlicher Tätigkeit im Linienverkehr geboten wäre", hieß es weiter. Zwar verliere der Fluggast bei einer Vorauszahlung das Recht, die Zahlung bis "zur Bewirkung der Gegenleistung zu verweigern". Dieses Leistungsverweigerungsrecht sei jedoch vor Flugantritt regelmäßig ohne Bedeutung, weil der Fluggast keinen Einblick in die Flugvorbereitungen des Luftfahrtunternehmens habe.

Zudem bestehe aufgrund der EU-Fluggastrechteverordnung ein Mechanismus, "der präventiv auf die Luftfahrtunternehmen einwirkt und diese zur Einhaltung der Flugplanung und Erbringung der vertraglichen Beförderungsleistung anhält". Auch die Gefahr einer Insolvenz der Fluglinien sei wegen der nationalen und internationalen Bestimmungen im Vergleich zu Reiseunternehmen "deutlich verringert".

In ihrer Klage hatten die Verbraucherschützer zudem moniert, dass durch die Vorauszahlung den Kunden ein Liquiditäts- und Zinsnachteil entstehen könnte. Dieses Argument ließen die Karlsruher Richter nicht gelten. Der wirtschaftliche Nachteil werde "regelmäßig durch einen Preisvorteil des Kunden gegenüber einer späteren Buchung ausgeglichen".



Anzeige
Top-Angebote
  1. 103,03€ für Prime-Mitglieder (aktuell günstigste M.2-SSD mit 512 GB)
  2. 139,90€ + 5,99€ Versand (Vergleichspreis 172,73€)
  3. 69,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  4. (u. a. Gear S3 Frontier für 209€ und Galaxy S8+ für 469€ - Bestpreise!)

Mik30 19. Feb 2016

Wie jeder andere Werkunternehmer auch. Umgekehrt trägt der Kunde das Risiko des Ausfalls...

AllDayPiano 18. Feb 2016

Dann tu' es halt nicht! Es steht Dir jederzeit frei, auf ein Last-Minute-Angebot zu...

Anonymer Nutzer 17. Feb 2016

Stimmt nicht so ganz mit den Briefmarken. Es gibt da so ein Land das ist posttechnisch...


Folgen Sie uns
       


We Happy Few - Golem.de Live

Anspruchsvolle Abenteuer wie Bioshock und Dishonored waren offenbar Vorbild für We Happy Few. Wer mag, kann die Kampagne des Action-Adventures fast sofort nach dem Start abschließen - oder sich in eine dystopische 60er-Jahre-Parallelwelt stürzen.

We Happy Few - Golem.de Live Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren Ford will lieber langsam sein
  2. Navya Mainz testet autonomen Bus am Rheinufer
  3. Drive-by-wire Schaeffler kauft Lenktechnik für autonomes Fahren

Smartphone von Gigaset: Made in Bocholt
Smartphone von Gigaset
Made in Bocholt

Gigaset baut sein Smartphone GS185 in Bocholt - und verpasst dem Gerät trotz kompletter Anlieferung von Teilen aus China das Label "Made in Germany". Der Fokus auf die Region ist aber vorhanden, eine erweiterte Fertigung durchaus eine Option. Wir haben uns das Werk angeschaut.
Ein Bericht von Tobias Költzsch

  1. Bocholt Gigaset baut Smartphone in Deutschland

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Fancy Bear Microsoft verhindert neue Phishing-Angriffe auf US-Politiker
  2. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  3. US Space Force Planlos im Weltraum

    •  /