• IT-Karriere:
  • Services:

Bundesgerichtshof: Arzt-Bewertungsportale müssen Behandlungsbelege verlangen

Wenn ein Arzt einen Nachweis verlangt, dass eine Bewertung wirklich von einem Patienten stammt, muss das Bewertungsportal dies einfordern und vorlegen, entschied der Bundesgerichtshof. Das hat weitreichende Folgen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bewertungsportal
Bewertungsportal (Bild: Jameda)

Arzt-Bewertungsportale müssen im Streitfall künftig konkrete Nachweise dazu einfordern und vorlegen, ob ein Nutzer beim bewerteten Arzt wirklich in Behandlung war. Der Bundesgerichtshof gab am 1. März 2016 einem Zahnarzt Recht, der bei Jameda im Jahr 2013 eine schlechte Bewertung bekam und vergeblich versuchte, eine Löschung durchzusetzen. Das Urteil habe weitreichende Folgen auch für andere Internetportale, die ihre Prüfprozesse nun anpassen müssen, sagte eine Sprecherin des Bundesgerichtshofs der Nachrichtenagentur dpa.

Stellenmarkt
  1. über experteer GmbH, Frankfurt am Main
  2. Schleich GmbH, München

Das Gericht hat konkretisiert, dass im Falle der Prüfung einer Bewertung die Stellungnahmen von Bewerter und Bewerteten der jeweils anderen Partei zur Verfügung gestellt werden müssen. Vorliegende Unterlagen darüber, dass ein Patient in der von ihm bewerteten Praxis in Behandlung war, müssen an den jeweiligen Arzt weitergereicht werden.

Das Portal habe seine Prüfpflichten verletzt, erklärte der Bundesgerichtshof. Die beklagte Portalbetreiberin hätte "die Beanstandung des betroffenen Arztes dem Bewertenden übersenden und ihn dazu anhalten müssen, ihr den angeblichen Behandlungskontakt möglichst genau zu beschreiben. Darüber hinaus hätte sie den Bewertenden auffordern müssen, ihr den Behandlungskontakt belegende Unterlagen, wie etwa Bonushefte, Rezepte oder sonstige Indizien, möglichst umfassend vorzulegen."

Weiterleitung ja, aber ohne Verstoß gegen das Telemediengesetz

Florian Weiß, der Chef von Jameda, sagte: "Selbstverständlich werden diese Hinweise nun unmittelbar in die Ausgestaltung unseres Prüfprozesses einfließen, der sich auch in der Vergangenheit schon immer an der jeweils aktuellen Rechtslage orientiert hat." Patienten könnten aber auch weiterhin anonyme Bewertungen abgeben. Niemand müsse befürchten, dass persönliche Informationen ohne eigene Einwilligung weitergegeben werden.

Diejenigen Informationen und Unterlagen, deren Weiterleitung ohne Verstoß gegen das Telemediengesetz möglich gewesen wäre, hätte Jameda an den Zahnarzt weiterleiten müssen, stellte der Bundesgerichtshof fest.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. bei o2 für 42,99€ pro Monat (24 Monate Laufzeit)
  2. (u. a. LG 43UP76906LE 43 Zoll LCD für 482,50€ (inkl. Cashback), Gigaset C 430 A Duo 2x...
  3. 55,99€ (Bestpreis)
  4. 413,10€ (mit Rabattcode "PRAKTISCH" - Bestpreis)

Friedenvoll 17. Mär 2016

Und wie gehts weiter? Ich bestehe auf meine (schlechte) Bewertung eines Facharztes...

m9898 01. Mär 2016

Der Pilot kann nichts für den Wartungsfehler am Triebwerk, trotzdem haftet die...

lala1 01. Mär 2016

Das ist in meiner Umgebung anders. Besonders die Ärzte die ohnehin schon einen sehr...

Doedelf 01. Mär 2016

Naja - die Glaubwürdigkeit ist ja ein Teil und ob man das nutzt. Ich für mein Teil nutze...

dabbes 01. Mär 2016

damit wird den ganzen 0815 SEO Suchmaschinenspam-Drecksportalen mal der Gar ausgemacht.


Folgen Sie uns
       


Warum Intels erste CPU nicht Intel gehörte - (Golem Geschichte)

Intel leistete in den 70ern Pionierarbeit und wäre dennoch fast gescheitert. Denn ihren bahnbrechenden 4-Bit-Mikroprozessor wurden sie erst gar nicht los.

Warum Intels erste CPU nicht Intel gehörte - (Golem Geschichte) Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /