Bundesförderung: Millionen kommen nicht bei Spielentwicklern an

Mit einer praxisfernen Regelung sperrt das zuständige Bundesministerium ausgerechnet kleine Entwicklerstudios vor dringend benötigten Fördergeldern aus. Überhaupt: Trotz der bereitgestellten Millionen ist die Spielebranche unzufrieden mit der Politik.

Artikel veröffentlicht am ,
Cosplay auf der Gamescom 2019
Cosplay auf der Gamescom 2019 (Bild: Ina Fassbender/AFP via Getty Images)

Eine Anfang Februar 2020 veröffentlichte Richtlinie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) könnte dafür sorgen, dass gerade kleinere Spielentwickler und Startups kaum noch eine Chance haben, die vom Bund bewilligte Förderung für ihre Projekte zu erhalten.

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In der Szene sorgt das für Aufregung: Das Fachmagazin Gameswirtschaft spricht von "Entsetzen über BMVI-Sonderweg" und zitiert Felix Falk, den Geschäftsführer des Branchenverbands Game, mit den Worten, die Förderung drohe "an diesem wichtigen Punkt zu scheitern".

Die neue Richtlinie des BMVI sieht vor, dass "projektbezogene Zuschüsse Dritter" als "Drittmittel zu betrachten und somit von der Förderung abzuziehen" seien. Genau diese "projektbezogenen Zuschüsse Dritter" sind das, was üblicherweise das klassische Publisher-Geschäftsmodell ausmacht: Eine große Firma mit viel Geld hilft einer kleinen Firma mit wenig Geld, aber einer guten Idee.

Ein kleines Studio ist im Normalfall genau auf solche Unterstützung angewiesen, um überhaupt an die Bundesförderung zu gelangen. Grund: Das BMVI verlangt, dass Startups und sehr kleine Firmen mindestens 30 Prozent, alle anderen mindestens 50 Prozent des Projektbudgets selbst aufbringen. Just die üblichste Art, dies zu tun - eben mit Hilfe eines Publishers - ist laut der Richtlinie nicht mehr möglich.

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Die Studios könnten dann nur noch versuchen, das Geld entweder durch entsprechendes Vermögen der Entwickler aufzutreiben oder durch Kredite - was in der Praxis nur selten bis gar nicht funktionieren dürfte. Der Grund für die Richtlinie des Verkehrsministeriums ist nicht bekannt, in der Filmbranche etwa gibt es keine vergleichbare Vorschrift.

Auch sonst ist die Spielebranche nicht gut auf die Politik zu sprechen. Viele kleinere Entwicklerstudios warten seit Monaten darauf, dass die Förderung endlich bearbeitet und bewilligt wird. Weil das BMVI überlastet ist, wird nun ein Teil der Anträge von Mitarbeitern des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) bearbeitet. Eines der Probleme dabei: Die Entwickler dürfen erst dann mit der Realisierung ihres Projekts beginnen, wenn die Förderung bewilligt ist.

Seit 2019 sind pro Jahr rund 50 Millionen Euro an Förderung für Spieleprojekte in Deutschland im Bundeshaushalt eingeplant. Beschlossen ist das bis 2023, so dass die Branche insgesamt rund 250 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung erhält. Ein großer Teil der Förderung muss derzeit noch von der EU-Kommission freigegeben werden.

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wurstdings 19. Feb 2020

Wenn die bereits einen Publisher haben der sie Finanziert, brauchen sie unsere...

lestard 19. Feb 2020

Zum Glück hast du "Punkt" geschrieben, sonst hätte ich nicht gewusst, wo dein Satz endet.

mixedfrog 19. Feb 2020

richtig. Deutschland eben. Geld vom Staat bekommen und dann noch rumheulen. Ich kenne...

mixedfrog 19. Feb 2020

Es gibt Geld vom Staat geschenkt und dabei diktiert der Staat die Bedingungen. Man darf...



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