Bundesfinanzminister: Christian Lindner lehnt 9-Euro-Ticket-Fortführung ab
Bundesfinanzminister Christian Lindner will keine Fortführung des 9-Euro-Tickets und auch keine Weiterfinanzierung eines Nachfolgers.
Christian Lindner (FDP) ist gegen eine Fortführung des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts. Beides seien befristete Maßnahmen, sagte der Bundesfinanzminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Im Bundeshaushalt seien keine Mittel für eine Fortsetzung der beiden Maßnahmen vorgesehen. Das 9-Euro-Ticket wird 3 Monate lang ausgegeben, letzter Monat ist August 2022. Auch der sogenannte Tankrabatt gilt nur noch für den August.
Bei einer Fortführung würden Steuerzahler, die das nicht kostendeckende Angebot im öffentlichen Personennahverkehr finanzierten, weiter zur Kasse gebeten, auch wenn sie dieses Angebot gar nicht nutzen könnten, etwa im ländlichen Raum, so Lindner. Ab 2023 müsse die Schuldenbremse wieder eingehalten werden, teilte der Bundesfinanzminister mit.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (ebenfalls FDP) hatte zuletzt über eine Nachfolgeregelung ab Ende 2022 oder Anfang 2023 nachgedacht.
Verkehrsunternehmen können sich Fortführung vorstellen
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert hingegen eine Verlängerung des vergünstigten Nahverkehrstickets. Der Hauptgeschäftsführer des VDV, Oliver Wolff, sagte der Süddeutschen Zeitung: "Am besten wäre es, die Aktion als Übergangslösung um weitere zwei Monate zu verlängern. Das Ticket könnte im September und Oktober weiter gelten und so die Bürgerinnen und Bürger von den hohen Energiepreisen entlasten."
So sprach sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) für eine Reform des öffentlichen Nahverkehrs aus, um "den Tarifdschungel in Deutschland zu beenden". Eine Komplettfinanzierung des Fahrscheins durch den Bund lehnt der Minister aber ab. Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder brachte die Idee eines 365-Euro-Tickets für den ÖPNV ins Spiel.
CDU will mehr Infrastruktur
Auch die Opposition ist gegen eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets. Der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, teilte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit, dass er die Fortsetzung für keine gute Idee hält, und empfiehlt einen Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur und den Kauf von mehr Wagen.
Linke will 365-Euro-Ticket
Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland forderte die Parteichefin der Linken, Janine Wissler, ein 365‑Euro-Jahresticket. Es solle durch die Streichung des sogenannten Dienstwagenprivilegs finanziert werden.
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