Bundesdigitalminister: Überbau von Glasfaser ist "nicht unproblematisch"

Auf der Re:publica hat Wissing vorsichtig etwas zum FTTH-Überbau formuliert. Er sieht aber keinen Grund zum sofortigen Eingreifen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Telekom baut am meisten Glasfaser aus. Überbau ist ein Teil davon, doch wie hoch ist der Anteil?
Die Telekom baut am meisten Glasfaser aus. Überbau ist ein Teil davon, doch wie hoch ist der Anteil? (Bild: Deutsche Telekom)

Bundesdigitalminister Volker Wissing hat den Überbau von bestehenden Glasfaserleitungen durch Konkurrenten in Deutschland vorsichtig als "nicht unproblematisch" bezeichnet. Das sagte Wissing am 6. Juni 2023 auf der Re:publica laut einem Bericht von heise.de. Ein sofortiges Einschreiten der Regierung sei jedoch nicht nötig.

Die Wettbewerbsregeln in der EU dürften nicht verletzt werden, betonte der Minister. "Unterschiedlich große Anbieter in diesem Bereich" seien "miteinander nicht immer zufrieden", ordnete Wissing den Streit ein.

Breko-Geschäftsführer Stephan Albers erklärte dagegen zuvor: "Häufig plant die Telekom ihren Glasfaserausbau nur für einen kleinen, besonders lukrativen Teil des Ausbaugebietes eines Wettbewerbers." Dieses Rosinenpicken führe aktuell zu erheblicher Verunsicherung bei Kommunen und Bürgern vor Ort.

Auch der Branchenverband VATM sah im Februar 2023 großen Schaden durch das gezielte Überbauen von Glasfasernetzen der alternativen Netzbetreiber durch die Telekom.

"Kommunale Unternehmen wie auch große Infrastrukturfonds sehen ihre Investitionspläne gefährdet, wenn der punktuelle strategische Überbau besonders lukrativer Ortsteile durch die Telekom nicht beendet wird", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am 6. Februar 2023. Schon die bloße Drohung mit strategischem Überbau ermögliche es der Telekom, Wettbewerber zu verdrängen und von einem flächendeckenden Ausbau abzuhalten.

Staatssekretär: Telekom will andere nicht verdrängen

In einem Schreiben des Bundesverbandes Glasfaseranschluss (Buglas) an Digitalminister Volker Wissing (FDP) hieß es: "Aktuell beobachten wir Überbauaktivitäten in Köln, bei Augsburg, in München, aber auch in zahlreichen anderen Gegenden Deutschlands." Die Hälfte der Buglas-Unternehmen, die Glasfaser ausbauten, sei davon betroffen.

Ganz anders stellte dies Staatssekretär Stefan Schnorr für das Bundesverkehrsministerium am 23. Mai 2023 auf der Branchenmesse Anga Com dar. "Das, was der Telekom im Moment vorgeworfen wird, dass sie gezielt überbaue, um andere Unternehmen verdrängen zu wollen, dafür haben wir bislang überhaupt keine Anhaltspunkte", sagte Schnorr.

Bei der gesamten Diskussion werde "maßlos aufgebauscht und aus der Maus ein Elefant gemacht", betonte Schnorr. Das Ministerium schaue genau hin, ob es wirklich Probleme gebe. "Bislang kenne ich noch keine", sagte er.

Würde man ein wettbewerbswidriges Verhalten erkennen, könne man dagegen vorgehen, erklärte der Staatssekretär. Hier "irgendwelche Regulierungen durchzuführen", halte er für Unsinn. Der Staat solle sich hier heraushalten. Was als Überbau-Megadiskussion aufgebaut werde, seien, "wenn überhaupt, dann nur 2 Prozent der Fälle".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Bonarewitz 07. Jun 2023

Was hindert den bisherigen Anbieter daran, im lukrativen Teil das bessere Angebot zu...

Termuellinator 07. Jun 2023

Konkurrenz ist erstmal nicht schlecht, nein. Was schlecht ist ist, wenn die Telekom sich...

Hantilles 07. Jun 2023

"Die" Stadtwerke bieten hier 500MBit/s down, 250Mbit/s up für 49,90¤. IP ist pseudo...

Termuellinator 07. Jun 2023

Schnorr würde also auch Kuhscheiße nicht erkennen, wenn man sie ihm ins Gesicht schmieren...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Star Wars
Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
Artikel
  1. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

  2. Software-Probleme: Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt
    Software-Probleme
    Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt

    Chevrolet hat einen Verkaufsstopp für sein neues Elektro-SUV Blazer verhängt, weil die Besitzer zahlreiche Softwareprobleme gemeldet haben.

  3. USA: Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu
    USA
    Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu

    Das US-Solarunternehmen iSun und der deutschen Agrivoltaik-Firma Next2Sun bauen in den USA eine Solaranlage mit vertikal aufgestellten Solarmodulen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /