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Bundesdatenschützer: "IPv6 sind Autokennzeichen für jeden Internetnutzer"

Der oberste Datenschützer warnt vor der Gefahr, dass mit IPv6 für die Anbieter die Person hinter der IP-Adresse bekannt wird. Doch der Providerverband Eco beklagt, dass der IPv6-Verkehr erst bei etwa einem Prozent liegt.
/ Achim Sawall
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Ein Logo der Internet Society zum IPv6-Start am 6. Juni 2012 (Bild: Internet Society)
Ein Logo der Internet Society zum IPv6-Start am 6. Juni 2012 Bild: Internet Society

Zum World IPv6 Launch Day am 6. Juni 2012 ruft der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar dazu auf, bei der Umsetzung mit der notwendigen Sorgfalt vorzugehen und den Datenschutz zu berücksichtigen . Schaar: "Die nach dem neuen Internetprotokoll IPv6 vergebenen Internetadressen haben das Potenzial, zu Autokennzeichen für jeden Internetnutzer zu werden und zwar unabhängig davon, wie viele Geräte der Einzelne im Internet verwendet."

Google über IPv6 – Trailer
Google über IPv6 – Trailer (02:17)

Er verweist darauf, dass sich die Internationale Datenschutzkonferenz mit ihrem einstimmigen Beschluss zu IPv6(öffnet im neuen Fenster) im vergangenen Jahr eindeutig gegenüber den Anbietern von Internetdiensten und den Herstellern von Hard- und Software positioniert habe. "Die Datenschutzbehörden in aller Welt werden darauf achten, dass die entsprechenden Anforderungen in der Praxis beachtet werden."

Laut Angaben des Providerverbands Eco schalten am morgigen Tag über 1.400 Unternehmen auf den neuen Adressstandard IPv6 um, Websites – darunter auch bekannte Seiten wie Google, Facebook oder Microsoft – betreiben ab dann ihre Angebote im sogenannten "Dual Stack" als IPv6 und IPv4, und 40 internationale Netzwerkanbieter verpflichten sich, ihren Neukunden IPv6 anzubieten. Das neue Format stellt 340 Sextillionen Adressen bereit. Für Europa waren im Januar 2012 noch rund 54,45 Millionen IP-Adressen verfügbar.

Damit mehr Unternehmen auf IPv6 umstellten, "brauchen sie ein ausreichendes Netz von Providern, die IPv6 in die Haushalte bringen" , sagte der Eco-Vorstandvorsitzende Michael Rotert(öffnet im neuen Fenster) .

Der IPv6-Verkehr mache nur einen sehr geringen Anteil am Gesamttraffic aus. "Seit April 2011 hat sich der absolute Anteil des IPv6-Traffics nahezu verdoppelt – jetzt liegt er trotzdem erst bei etwa einem Prozent" , rechnete Norbert Pohlmann vom Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule vor.


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