Bundesbreitbandatlas: Festnetzversorgung mit mindestens 50 MBit/s noch lückenhaft
Die versprochene Mindestversorgung von 50 MBit/s hat in 96 Prozent aller deutschen Gemeinden noch Lücken. Das ergab eine Erhebung aus dem Bundesbreitbandatlas durch das Vergleichsportal Verivox(öffnet im neuen Fenster), die am 13. April 2026 vorgelegt wurde. Insgesamt 10.520 Gemeinden in Deutschland sind nicht vollständig mit 50 MBit/s erschlossen.
In 113 dieser Kommunen beträgt die 50-MBit/s-Abdeckung maximal zehn Prozent – davon hat mehr als die Hälfte (61 Gemeinden) überhaupt keinen Zugang zu festen Breitbandanschlüssen mit mindestens 50 MBit/s. Das gilt sowohl für DSL als auch für Kabelinternet oder Glasfaser.
Im Februar 2009 wurde im Rahmen der Breitbandstrategie der Bundesregierung (Kabinett Merkel I) erstmals das 50 MBit/s-Ziel ausgegeben, das bis zum Jahr 2014 umgesetzt werden sollte.
Leistungsfähiger Tarif oft nicht teurer als ein langsamer
Verivox-Telekommunikationsexperte Jörg Schamberg sagte: "100 MBit/s werden immer mehr zum neuen Standard, das zeigen auch die Buchungen über unser Vergleichsportal."
Deutschlandweit können 97,3 Prozent aller Haushalte eine Download-Datenrate von mindestens 50 MBit/s erhalten. Die verbleibenden 2,7 Prozent sind rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte, beziehungsweise 2,2 Millionen Menschen. Die Ausbauquote für die gesamte Bundesrepublik verbesserte sich in dem Bereich gegenüber dem Vorjahr nur um 0,72 Prozentpunkte.
Dabei sei ein leistungsfähiger Tarif oft nicht mal teurer als ein langsamer, sagte Schamberg: "Vielfach bekommen Kunden, die aus einem alten Internetvertrag herauswechseln, zum selben Preis heute die doppelte Surfgeschwindigkeit. Kleine Tarife werden kaum noch subventioniert – und damit auch im Hinblick auf die Kosten immer unattraktiver. "
Basis der Erhebung zur Ausbauquote mit 50 MBit/s ist der Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, der im November 2025 aktualisiert wurde. Die Daten haben einen Stand von Juni 2025.
Betrachtet wurde die Verfügbarkeit im Bereich Festnetz in Privathaushalten. Die Erhebung erfolgte unabhängig von Technologien wie Koaxialkabel, DSL oder Glasfaser. In der Berechnung der betroffenen Verbraucher wurde von einer Gesamtzahl von 41,2 Millionen Haushalten und durchschnittlich zwei Personen pro Haushalt ausgegangen, wie es das Statistische Bundesamt angab.
Verivox gehört zur italienischen Moltiply-Gruppe, betreibt Vergleichsportale und verdient Geld als Vermittler von Verträgen.
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