Bundes-IT: ­205 Millionen Euro für Windows und Office

Die Bundesverwaltung nutzt Produkte von Microsoft. Das verursacht hohe Kosten.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Die Bundesregierung zahlt jährlich Millionen an Microsoft.
Die Bundesregierung zahlt jährlich Millionen an Microsoft. (Bild: Unsplash)

Im Jahr 2021 zahlte der deutsche Staat mehr als 205 Millionen Euro für Softwarelizenzen, Serverdienste und Wartung an Microsoft. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten Victor Perli von der Partei Die Linke hervor. Das sei eine Steigerung der Kosten um 15 Prozent zum Jahr 2020.

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Den größten Anteil an den Kosten verursachte laut der Anfrage das Verteidigungsministerium mit 95 Millionen Euro. Danach folgen das Finanzministerium mit 43 Millionen Euro und das Innenministerium mit 32 Millionen Euro. Die Bundesverwaltung beschäftigt rund 500.000 Menschen in verschiedenen Ministerien, Behörden und Gerichten.

"Microsoft nutzt seine Monopolstellung aus und diktiert der Bundesregierung die Preise", sagt Perli laut Spiegel. "Mehr Datensouveränität erreicht man nur mit mehr eigener quelloffener Software, die häufig qualitativ gleichwertig oder sogar besser ist." Der Linken-Politiker hatte seine Kritik schon in der Vergangenheit geäußert.

Die Verwaltung ist abhängig von Microsoft

Immer wieder haben einzelne Verwaltungen den Umstieg von Windows und Microsoft auf freie Alternativen versucht, bisher aber ohne großen Erfolg. Bekanntestes Bespiel ist Limux, ein Projekt der Münchener Stadtverwaltung zur Einführung von Linux auf den Arbeitsplatzrechnern. 2004 beschlossen, folgte nach viel Hin und Her im Jahr 2017 die Entscheidung, zu Windows zurückzukehren.

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In Hamburg haben SPD und Grüne 2020 den "Einstieg in den Ausstieg aus Microsoft" beschlossen, um sich aus der Abhängigkeit des Softwarekonzerns zu lösen. Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein hat 2021 eine auf fünf Jahre ausgelegte Migration von Microsoft Office zu Libreoffice angekündigt. Und auch in München sollen mittlerweile wieder neue Open-Source-Projekte gefördert werden.

Nicht die Kosten allein, vor allem die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter ist langfristig ein Problem. Im Jahr 2020 liefen noch 33.000 PCs mit dem veralteten Windows 7, was allein Kosten in Höhe von 800.000 Euro für den erweiterten Support verursachte. Dieser war nötig, da Microsoft offiziell seit 2020 keine Sicherheitsupdates mehr angeboten hat.

Die Abhängigkeit von Microsofts Produkten wird immer wieder kritisiert. Im letzten Jahr forderte die Open Source Business Alliance, dass die Bundesregierung ihre Abhängigkeit reduzieren solle und "Grundlagen für eine schnelle und moderne Digitalisierung der Verwaltung gelegt werden".

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ptepic 04. Mär 2022

Wo sind denn die Menüs noch unintuitiver als bei MS? Dieses ganze häßliche Ribbons...

protego84 28. Feb 2022

Ich wusste nicht dass wir ein Grafikerministerium haben. Ja das hat einen Grund, weil...

Trockenobst 27. Feb 2022

Mit Containern und vernünftigen Testing ist das doch alles relativ easy. Wir haben...

Trockenobst 27. Feb 2022

Und gehen wir gleich noch 20 andere Sache an, wie 100% Ganztagsschulen und...



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