Bullsequana XH3000: Atos' Supercomputer-Racks für die Exaflops-Ära
Egal ob ARM-/x86-basierte CPUs oder Beschleuniger: Dank Atos' Bullsequana XH3000 steigt die Supercomputer-Performance künftig drastisch.
Atos hat den Bullsequana XH3000 vorgestellt, also die nächste Generation an Racks für Supercomputer. Laut dem französischen Hersteller soll sich die Performance verglichen mit den Vorgängern versechsfachen und auf bis zu 1 Exaflops (FP64) pro Server-Schrank steigen, allerdings geht auch die Leistungsaufnahme signifikant nach oben.
Um diese zu bewältigen, soll die mit 40 Grad arbeitende Warmwasserkühlung (Direct Liquid Cooling) eine um über 50 Prozent höhere Abwärme bewältigen können - statt 90 Kilowatt sollen es 147 kW sein. Die thermische Verlustleistung heutiger Prozessoren liegt bei bis zu knapp 300 Watt, egal von welchem Anbieter - die meisteingesetzten Beschleuniger hingegen benötigen weitaus mehr, in Zukunft ohnehin.
Die Systeme sind für diverse Prozessoren ausgelegt: Neben AMDs Epyc und Intels Xeon - beide x86 - werden auch Nvidias Grace und Sipearls Rhea der EPI (European Processor Initiative) unterstützt, also Neoverse-basierte ARM-Chips. Die älteren Bullsequana XH2000 waren die ersten mit AMD-Support, außerdem können sie mit Marvells ThunderX2 ausgerüstet werden.
1000+ Watt für Next-Gen
Zu den CPUs kommen diverse Beschleuniger für die eigentliche Rechenleistung - egal ob ASICs, FPGAs oder GPUs. Hier spricht Atos davon, dass die Bullsequana XH3000 auch Modelle mit über 1.000 Watt statt 350 Watt aufnehmen können; tatsächlich gemeint sind aber Nodes mit CPU und Beschleunigern. Bisher waren Nvidias A100 das Limit für die XH2000, bereits die Instinct MI250X von AMD benötigen jedoch 560 Watt.
Für kommende Generationen wie Nvidias Hopper bedeutet das ganz offensichtlich eine drastisch steigende Leistungsaufnahme, wenngleich die Effizienz durch erreichte Performance verbessert wird. Die Ankündigung dieser Next-Gen wird für März 2022 erwartet, dann findet Nvidias GTC statt. Atos wiederum plant, die Bullsequana XH3000 ab dem vierten Quartal 2022 bereitstellen zu können.