Bulletproof-Hoster: Ermittlungen im Cyberbunker bestätigen Vorwürfe

Der Verdacht gegen die mutmaßlichen Betreiber eines Bulletproof-Hosters in einem ehemaligen Nato-Bunker an der Mosel hat sich laut Staatsanwaltschaft bestätigt. Eine Anklage solle bald folgen. Die Auswertung der beschlagnahmten Server könnte zu weiteren Verfahren führen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Das Rechenzentrum befand sich in einem Bunker. (Symbolbild)
Das Rechenzentrum befand sich in einem Bunker. (Symbolbild) (Bild: Tomás Novák/Pixabay)

Rund zehn Wochen nach dem Auffliegen eines Bulletproof-Hosters in einem früheren Nato-Bunker an der Mosel sind die Ermittler weitergekommen. Die bisherige Auswertung des Datenmaterials und sonstiger Beweismittel habe den Verdacht gegen die Beschuldigten bestätigt, teilte Oberstaatsanwalt Jörg Angerer von der Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Es gebe erste Angaben von Beschuldigten, eine Anklageerhebung sei "Anfang des kommenden Jahres" geplant.

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Der Bulletproof-Hoster Cyberbunker wollte seinen Kunden neben Server und Webhosting auch Anonymität und Schutz vor staatlichem Zugriff bieten. Im September stürmten Spezialeinheiten der Polizei das Rechenzentrum in dem ehemaligen Nato-Bunker im kleinen Ort Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz. Der Bunker wurde beschlagnahmt, eine Auswertung der Server läuft. Auf diesen sollen Webseiten gehostet worden sein, über die Kriminelle Drogen verkauften, Falschgeldgeschäfte abwickelten oder Cyberangriffe starteten. Einer der Kunden soll der bekannte Darknet-Marktplatz Wall Street Market gewesen sein, dessen Betreiber Anfang des Jahres festgenommen wurden.

Die Polizei sprach von einem "kriminell betriebenen Rechenzentrum" und ermittelt gegen 13 Verdächtige. Sieben der Beschuldigten sitzen derzeit in Haft. Hauptakteur soll ein 59-jähriger Niederländer sein, der den Nato-Bunker Ende 2013 erworben und nach und nach das Rechenzentrum aufgebaut habe. Den Betreibern wird vorgeworfen, das illegale Verhalten der Kunden gekannt und gefördert zu haben. Hierdurch würde das eigentlich erlaubte Betreiben eines Rechenzentrums zu einem Tatbestand.

Angerer berichtete, die Ermittlungen vor Ort seien noch nicht abgeschlossen. "Das wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres der Fall sein", sagte er. Zur Auswertung des Datenmaterials auf den sichergestellten Servern habe man externe Experten hinzugezogen. Wegen der "enormen Datenmenge" werde das Material vorgesichtet, um die Auswertung "priorisieren zu können". 290 laufende Server wurden in dem unterirdischen Versteck sichergestellt. Es gebe zudem Hinweise, dass die Auswertung weitere Verfahren gegen Nutzer der Server nach sich ziehen könne, sagte er. Art und Umfang seien noch nicht absehbar.

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