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Buglas: Telekom kauft Stadtwerkenetz im Ruhrgebiet

Das stärkste Unternehmen im Buglas ist die Deutsche Telekom. Mit Dokom21 beginnt sie, die Netze anderer Mitglieder zu kaufen.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Achim Sawall
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Marko Iaconisi, Geschäftsführer des Dortmunder Telekomdienstleisters Dokom21 (Bild: Buglas)
Marko Iaconisi, Geschäftsführer des Dortmunder Telekomdienstleisters Dokom21 Bild: Buglas

Die Deutsche Telekom kauft das Netz des Dortmunder Anbieters Dokom21 in Essen. Das gab der Marktführer am 10. Dezember 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Mit dem Kauf des rund 75 Kilometer langen Netzes in den Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop sichert sich der Konzern Zugriff auf rund 25.000 Haushalte.

Gleichzeitig zieht sich Dokom21 aus Essen zurück und bleibt auf Dortmund und angrenzende Regionen beschränkt. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. "Wir konzentrieren uns auf unser Kerngebiet" sagte Marko Iaconisi, Geschäftsführer bei Dokom21. Das Unternehmen gehört den Dortmunder Stadtwerken. Ein Brancheninsider kommentierte: "Das ist schon krass. Erst kauft sich die Telekom einen Verband, dann deren Netze."

Buglas Geschäftsführer Max Bunse teilt Golem mit: "Das veräußerte Netz liegt außerhalb des eigentlichen Geschäftsgebiets der Dokom21. Das Netz wurde im Rahmen eines branchenöffentlichen Open-House-Verfahrens allen interessierten Unternehmen angeboten – nicht etwa exklusiv der Telekom."

Das Bewerberfeld sei überschaubar gewesen, das mit Abstand wirtschaftlichste Angebot habe die Telekom vorgelegt. Der Verkaufsprozess sei bereits lange vor der Wahl von Iaconisi (Dokom21) und Höllen (Telekom) in den Buglas-Vorstand angestoßen worden – zu diesem Zeitpunkt war Dokom21 noch aktives Breko-Mitglied.

"Erst kauft sich die Telekom einen Verband, dann die Netze"

Iaconisi ließ sich erst vor einem Monat in den Vorstand(öffnet im neuen Fenster) des Branchenverbands Buglas wählen, der von der Telekom dominiert wird. Iaconisi wird das Vorstandsteam des Buglas um Präsident Patrick Helmes (Glasfaser Ruhr), Vizepräsident Andreas Bätz-Hammer vom Verkabelungsexperten Homeway sowie die Vorstandsmitglieder Werner Rapp, Torsten Kuhle, Thilo Höllen (Deutsche Telekom) und Gabor Csomor verstärken.

Der bekannte Branchenexperte und Buglas-Geschäftsführer Wolfgang Heer und Präsident Theo Weirich gehören überraschend nicht mehr dem Führungsteam an. Weirich zog sich aus Altersgründen zurück.

Buglas: Telekom dominiert nicht den Buglas

Bunse wies auch die Darstellung zurück , die Telekom würde den Buglas "dominieren" oder habe ihn sich gar "gekauft" . Dies entspreche weder den realen verbandspolitischen Strukturen noch werde sie den "über 170 weiteren Mitgliedsunternehmen gerecht" , teilte er mit.

Die Telekom hat zwar viele Partnerschaften mit anderen Netzbetreibern, kauft aber kaum Vorleistungen bei ihnen ein . Eine Telekom-Sprecherin sagte dazu: "Gleichzeitig hat die Telekom auch rund 50 Kooperationen und Partnerschaften. Diese kommen zustande, wenn wir mit Unternehmen vertrauensvoll und langfristig zusammenarbeiten können. Dann nutzen wir auch ein Netz von anderen. Ein Kriterium ist beispielsweise, dass Partner Service und Entstörung rund um die Uhr anbieten kann – so wie wir."


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