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Bug: Tausende Daten aus britischen Polizeiakten gelöscht

Das britische Innenministerium hat versehentlich die Daten gelöscht, die es behalten wollte. Darunter auch Fingerabdrücke und DNA-Daten.
/ Moritz Tremmel , dpa
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Britischer Polizist (Bild: Étienne Godiard/Unsplash)
Britischer Polizist Bild: Étienne Godiard/Unsplash

Wegen eines Fehlers sind zahlreiche Daten aus dem zentralen britischen Polizeirechner gelöscht worden. Die Zeitung The Times berichtete am 15. Januar, es handele sich um mehr als 150.000 Festnahmeprotokolle mit DNA-Daten und Fingerabdrücken. Das Innenministerium räumte eine Panne ein, derzeit werde das Ausmaß ermittelt.

Bei dem Problem handle es sich um einen Bug in einer Software, ein Angriff könne ausgeschlossen werden, schreibt The Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Betroffen ist demnach die nationale Datenbank der Strafverfolgungsbehörden Police National Computer (PNC). Das System wird vom britischen Innenministerium betrieben. Beim wöchentlichen Bereinigen alter Daten, dem sogenannten "Weeding" , seien fälschlicherweise die gültigen Daten entfernt worden. Zu diesen zählen demnach Informationen zu Verhaftungen, DNA- und Fingerabdruckdatensätze bis hin zu Geheimdienstdateien über Verdächtige. Auch Visa-Anträge wurden laut der Times zwei Tage lang aufgehalten.

Das Innenministerium betonte jedoch, es seien nur Daten von Menschen betroffen, die freigelassen worden seien und bei denen keine weiteren Ermittlungen stattfänden. "Es wurden keine Aufzeichnungen über kriminelle oder gefährliche Personen gelöscht," teilte das Ministerium mit. Die Times berichtete, der Fehler beeinträchtige mindestens die Möglichkeit der Polizei, Verfahren wieder zu öffnen.

Die Oppositionspartei Labour forderte eine Stellungnahme von Innenministerin Priti Patel. "Dies ist eine außerordentlich schwerwiegende Sicherheitsverletzung, die eine enorme Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt," sagte der Innenpolitiker Nick Thomas-Symonds(öffnet im neuen Fenster) . "Die Inkompetenz dieser chaotischen Regierung darf nicht dazu führen, dass Menschen gefährdet, Kriminelle freigelassen und den Opfern die Gerechtigkeit verweigert wird."


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