Bug Bounty: Hacker sollen MirageOS auf Schwachstellen prüfen

Ein mit MirageOS betriebener TLS-Server bewacht einen Bitcoin-Schlüssel. Wem es gelingt, ihn dem Server mittels einer Sicherheitslücke zu entlocken, darf 10 Bitcoins behalten. MirageOS ist ein von Grund auf neu entwickeltes Betriebssystem.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Bitcoins als Belohnung für einen erfolgreichen Angriff auf MirageOS
Bitcoins als Belohnung für einen erfolgreichen Angriff auf MirageOS (Bild: Screenshot / BTC Piñata)

Die Entwickler des Betriebssystems MirageOS wollen die Sicherheit ihres Systems testen - und haben sich dafür eine besondere Form des Bug Bountys ausgedacht: Die BTC Piñata. Ein mit MirageOS und dem zum System gehörenden TLS-Stack betriebener Server hat den privaten Schlüssel zu einem Bitcoin-Konto gespeichert. Der Server gibt diesen Schlüssel preis, wenn man erfolgreich eine TLS-Verbindung aufbaut. Allerdings benötigt man dafür ein Zertifikat samt privatem Schlüssel - und diesen privaten Schlüssel bekommt man nicht.

10 Bitcoins als Belohnung

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Wenn alles korrekt funktioniert, sollte es in dieser Konstellation unmöglich sein, dem Server den Bitcoin-Schlüssel zu entlocken. Doch alles ist erlaubt: Wer mittels Sicherheitslücken - entweder in MirageOS selbst oder der TLS-Implementierung - den Server dazu bringt, den Schlüssel preiszugeben, kann sich über zur Zeit 10 Bitcoins freuen. Das entspricht nach aktuellem Kurs etwa 2.000 Euro.

MirageOS-Entwickler Amir Chaudhry erläutert in einem Blogbeitrag die Herausforderung. Der Code, der den entsprechenden Server betreibt, ist auf Github verfügbar, ebenso das gesamte MirageOS-System. Auch kann man nachlesen, welche Versionen von den verwendeten Bibliotheken und Programmiersprachen verwendet werden.

Kein Beweis für unhackbares System

Chaudhry schreibt selbst, dass die MirageOS-Entwickler nicht davon ausgingen, dass ein Scheitern aller Angreifer ein Beweis für die Sicherheit des Systems wäre. Er warnt auch explizit davor, dass der TLS-Stack von MirageOS im Moment nicht für sicherheitskritische Systeme eingesetzt werden sollte.

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In anderen Fällen waren ähnliche Wettbewerbe in der Vergangenheit öfter kritisiert worden, weil Entwickler ihre Systeme damit als unhackbar beworben hatten. Die MirageOS-Entwickler erhoffen sich aber, im Fall eines erfolgreichen Angriffs etwas zu lernen. Das setzt natürlich voraus, dass ein erfolgreicher Angreifer möglicherweise gefundene Sicherheitsprobleme den MirageOS-Entwicklern auch mitteilt. Die bitten zwar darum, aber natürlich könnte ein Angreifer auch einfach die Bitcoins einsammeln und seine Angriffsstrategie für sich behalten.

Betriebssystem ohne C-Speicherprobleme

MirageOS ist ein in Ocaml geschriebenes Betriebssystem und basiert auf einem Unikernel. Mit zwei Strategien soll das System besonders sicher sein: Durch die Wahl einer Programmiersprache, die ein intelligentes Speichermanagement besitzt, werden typische Memory-Corruption-Bugs von vornherein verhindert. Solche Probleme in der Speicherverwaltung gehören zu den häufigsten Sicherheitslücken in C-Programmen. Durch Virtualisierung können einzelne Systembestandteile von MirageOS abgeschottet werden. Das System besitzt einen eigenen, ebenfalls in Ocaml geschriebenen TLS-Stack für verschlüsselte Netzverbindungen. Auf dem 31C3 hatten die MirageOS-Entwickler David Kaloper und Hannes Mehnert das Projekt in einem Vortrag vorgestellt.

Ihren Sicherheitswettbewerb haben die MirageOS-Entwickler BTC Piñata genannt. Die zehn Bitcoins und der Server wurden vom VPN-Anbieter IPredator gesponsert. Wer den Wettbewerb unterstützen und einen zusätzlichen Anreiz schaffen möchte, kann auf das entsprechende Bitcoin-Konto weiteres Digitalgeld überweisen.

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KonH 12. Feb 2015

Ja, stimmt schon, dass man mit dem CAS nichts mehr lernt, der rechnet sogar wenn man "3...



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