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Bürosoftware: Scharfe Kritik an Microsoft wegen OOXML-Format

Die Entwickler von Libre Office werfen Microsoft eine gezielte Bindung der Nutzer an proprietäre Dateiformate vor und fordern ODF.
/ Nils Matthiesen
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Stiftung kritisiert Microsofts Office-Formate. (Symbolbild) (Bild: Ninh Văn Sơn / Pexels)
Stiftung kritisiert Microsofts Office-Formate. (Symbolbild) Bild: Ninh Văn Sơn / Pexels

Die Entwicklerorganisation hinter der Bürosoftware Libre Office, The Document Foundation, kritisiert Microsoft in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster). Die Stiftung wirft dem Konzern vor, Nutzer über proprietäre Dateiformate an das eigene Ökosystem zu binden. In dem Beitrag stellt die Organisation das offene Dokumentenformat gleichzeitig ODF als Voraussetzung für digitale Souveränität dar. Zudem kritisiert sie das von Microsoft Office verwendete OOXML-Format als ein gezieltes Instrument zur Kundenbindung.

Laut der Stiftung garantiert nur das Open Document Format (ODF), das unter anderem von Libre Office genutzt wird, langfristige Unabhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern. Dokumente bleiben dadurch unter Kontrolle ihrer Urheber, da kein Unternehmen die technischen Standards einseitig verändern kann. Beim OOXML-Format verhalte es sich dagegen anders, so die Stiftung. Microsoft und das Softwareunternehmen SAP arbeiten laut dem Beitrag aktiv daran, Nutzer in Richtung OOXML zu drängen und ODF zu blockieren.

Kritik an Standardisierung und technischer Dokumentation

Die Stiftung kritisiert zudem die Entstehungsgeschichte von OOXML. Das Format würde hinter verschlossenen Türen entwickelt und umfasse inzwischen mehr als 7.500 Seiten technischer Dokumentation. Internationale Standardisierungsgremien und politische Entscheidungsträger stimmten damals für das Format, da eine Weiterentwicklung zu einem vollständig offenen Standard (OOXML Strict) versprochen wurde.

Diese standardisierte Version sei als reale Nutzeroption jedoch aus den Speicheroptionen verschwunden, so dass nur die Variante Transitional übrig geblieben sei, so die Stiftung. Microsoft nutze ferner weiterhin eigene Sonderlösungen, wo immer dies möglich sei. Als weiteres Beispiel nennt die Organisation die Datumsverarbeitung in Excel, die das Jahr 1900 fälschlicherweise als Schaltjahr behandelt. Dabei handelt es sich um einen seit Jahrzehnten bekannten und bewusst nicht behobenen Bug.

Auswirkungen auf die Wissenschaft

Ihre Kritik verdeutlicht die Stiftung anhand eines Vorfalls aus dem Jahr 2020: Das internationale Komitee zur Benennung menschlicher Gene musste zahlreiche Genbezeichnungen ändern, weil Excel bestimmte Namen automatisch in Datumsangaben umwandelte. Forscher änderten demnach lieber ihre eigene Fachsprache, als Microsoft um eine Fehlerbehebung zu bitten. Aus diesen Gründen fordert die Organisation nun, ODF grundsätzlich als Standardformat für Dokumente einzusetzen.


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