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Büropräsenz: Amazon überwacht Mitarbeiter mit neuem Anwesenheits-Board

Amazon-Manager können nun auf Knopfdruck sehen, wer sich wie lange im Office aufhält. Das Unternehmen kategorisiert Mitarbeiter nach ihrem Verhalten.
/ Andreas Donath
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Zwei Amazon-Mitarbeiter im Hauptgebäude in Arlington (Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images)
Zwei Amazon-Mitarbeiter im Hauptgebäude in Arlington Bild: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP via Getty Images

Amazon hat ein neues Überwachungssystem eingeführt, das Managern detaillierte Einblicke in die Büropräsenz ihrer Teams gibt. Das Dashboard, das im Dezember ausgerollt worden sei, erfasse nicht nur, ob Mitarbeiter ins Büro kämen, sondern auch, wie lange sie blieben und welche Standorte sie nutzten, wie Business Insider berichtet(öffnet im neuen Fenster).

Das System aktualisiert sich täglich um 17 Uhr und analysiert Muster über ein Zeitfenster von acht Wochen. Dabei werden Mitarbeiter in drei Kategorien eingeteilt: "Low-Time Badgers" verbringen weniger als vier Stunden täglich im Büro, "Zero Badgers" melden sich über acht Wochen gar nicht an, und "Unassigned Building Badgers" nutzen überwiegend andere Standorte als die ihnen zugewiesenen.

Fünf-Tage-Präsenzpflicht wird scharf kontrolliert

Amazon führte im vergangenen Jahr eine der strengsten Rückkehr-ins-Büro-Regelungen im Tech-Sektor ein: Fünf Tage pro Woche müssen die meisten Mitarbeiter vor Ort sein. Ein Unternehmenssprecher betonte, dass ähnliche Tools bereits seit mehr als einem Jahr verfügbar seien, um diejenigen Mitarbeiter zu identifizieren, die "Unterstützung bei der Büropräsenz" benötigen, wie es euphemistisch heißt.

Das neue System standardisiert die Datenerfassung über alle Managementebenen hinweg. Manager können die Informationen direkt abrufen, ohne sie bei der Personalabteilung anzufordern.

Amazon hatte 2023 begonnen, individuelle Anwesenheitsdaten zu erfassen. 2024 ging das Unternehmen gegen "Coffee Badging" vor, kurze Bürobesuche nur zum Einchecken, indem bestimmte Teams aufgefordert wurden, mindestens zwei bis sechs Stunden zu bleiben, damit ihre Anwesenheit zählt.

Branchenweiter Trend zur Überwachung

Auch andere Großunternehmen setzen auf ähnliche Kontrollsysteme. Samsung nutzt ein Tool mit Zeiterfassung, Dell trackt Badge-Daten und verknüpft sie mit Leistungsbewertungen, und JPMorgan verwendet ein Dashboard mit Anwesenheits-Prozentangaben. In Großbritannien kündigte PwC an, Mitarbeiterstandorte zu verfolgen, um Büropflichten durchzusetzen.

Amazon betont, dass das System sinnvolle Zusammenarbeit fördern soll. Die reine physische Anwesenheit reiche nicht aus: Manager sollen direkte Teaminteraktion fördern, nicht nur Badge-Aktivitäten überwachen.

In Deutschland sieht der Trend anders aus

Viele Unternehmen nehmen in Deutschland ihre Büroflächen als zu wenig ausgelastet wahr. In der IT- und Telekommunikation betreffe das sogar jedes zweite Unternehmen, sagte Simon Krause vom Ifo Institut Golem.de auf Anfrage."Auch erkennen wir in unserer regelmäßigen Umfrage zur Homeoffice-Quote, zuletzt im Februar 2025, dass der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiten, stabil bei circa 25 Prozent der Beschäftigten liegt."

Daran hätten auch die Ankündigungen einzelner bekannter Unternehmen zur Rückkehr ins Büro nichts geändert. "Die ausführliche Berichterstattung über diese Rückkehraufforderungen überzeichnet den wahren Trend", erklärte Krause.

Auch eine Umfrage des ZEW unter rund 1.200 Unternehmen in Deutschland(öffnet im neuen Fenster) zeigt, dass der Trend zum Homeoffice in der IT-Branche ungebrochen ist: Aktuell würden 80 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft Homeoffice ermöglichen.


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