Bürgerenergie: Warum Energy Sharing in Österreich funktioniert
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Im Juni wurde in Deutschland Energy Sharing eingeführt, auch weil die EU eine solche Möglichkeit der gemeinschaftlichen Stromnutzung vorschreibt. Viel Erfolg wird dem System nicht prognostiziert, denn weder Haushalte noch Netzbetreiber können eine korrekte Abrechnung gewährleisten.
Dass ganz im Gegenteil zu dieser Situation in Österreich Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften(öffnet im neuen Fenster) auf lokaler und regionaler Ebene sowie Bürgerenergiegemeinschaften im ganzen Land genutzt werden, hat mehrere Gründe. Zunächst einmal besteht diese Möglichkeit, gemeinschaftlich Strom zu nutzen, in Österreich bereits seit 2021. Der Vorsprung beträgt also fünf Jahre.
Hinzu kommt, dass im Grunde alle Zähler in der Alpenrepublik im Viertelstundentakt den Stromverbrauch erfassen und übermitteln können. Die Quote von 95 Prozent(öffnet im neuen Fenster) hätte 2019 erreicht sein soll, die aber erst drei Jahre später erreicht war. Mittlerweile dürften deutlich über 99 Prozent aller Stromanschlüsse entsprechend ausgerüstet sein. In Deutschland liegt die Quote bei deutlich unter zehn Prozent.
Unnötige Hürden fehlen
Weil damit jederzeit digital erfasst wird, zu welcher Zeit wie viel Strom verbraucht wird, lässt sich mit minimalem Aufwand erfassen, welcher Haushalt wie viel des von der Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Stroms verbraucht hat und wie viel Strom von extern zugeführt und noch dazu eingespeist werden musste.
Im deutschen Stromnetz, in dem nicht einmal jeder zehnte Anschluss so genau Daten erfasst, werden hingegen zahlreiche Anschlusspunkte ausgeschlossen. Das dürfte sich erst in den nächsten zehn Jahren merklich ändern.
Auffallend sind aber auch die erhobenen Netzentgelte. In Deutschland fallen beim Energy Sharing alle Gebühren in voller Höhe an. Wer den Solarstrom des Nachbarn für 10 Cent je Kilowattstunde (kWh) abkauft, muss am Ende dennoch knapp 25 Cent zahlen. Verlässt man in Österreich das Niederspannungsnetz nicht, sinken die Gebühren um mehr als die Hälfte. Auf regionaler Ebene sind die Entgelte um ein Drittel vergünstigt.
Während allein deshalb finanziell in Deutschland kaum ein Unterschied zu erreichen ist, lässt sich der Strompreis in Österreich via Energiegemeinschaft schnell halbieren.
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