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Bürokratie gibt es auch in Österreich

Dann lohnt es für einen Haushalt im Grunde erst, sich mit dem Thema Bürgerenergie auseinanderzusetzen. Denn auch in Österreich müssen für das Energy Sharing Verträge aufgesetzt werden, es müssen untereinander Abrechnungen erstellt werden und man benötigt einen zusätzlichen Stromanbieter, der in Zeiten zu geringer Einspeisung einspringt und die Versorgungssicherheit garantiert.

Die TU Graz(öffnet im neuen Fenster) hat die Erfahrungen verschiedener Akteure zusammengetragen, die von positiven wie negativen Aspekten berichten, allem voran von der Bürokratie. Wer ein paar Hundert Euro im Jahr sparen kann oder den eigenen Strom vergünstigt beziehen beziehungsweise fast kostenlos mit der eigenen Familie teilen kann, wird den Aufwand sicherlich bereitwilliger auf sich nehmen.

Einspeisevergütung hindert am Teilen

Ein Instrument, das in Deutschland den Solarausbau massiv gefördert hat, macht die Nutzung einer Energiegemeinschaft nach österreichischen Vorbild ebenfalls weniger attraktiv. Die Einspeisevergütung lag ehemals im Bereich von 50 Cent je kWh, mittlerweile beträgt sie bei teilweiser Eigennutzung noch 7,78 Cent, die für jede zu viel produzierte kWh ausgezahlt werden.

Ein beispielhafter Blick auf die Bürgerenergiegemeinschaft Tirol(öffnet im neuen Fenster) zeigt, dass Mitglieder hingegen nur 7 Cent für ihren Solarstrom erhalten. Einen Grund, auf die feste Vergütung zu verzichten und sich stattdessen an einer Gemeinschaft zu beteiligen, gibt es damit erst einmal nicht.

Zeit spielt für Energiegemeinschaften

Völlig unmöglich erscheint es schlussendlich nicht, dass Energiegemeinschaften auch in Deutschland noch populär werden. Die Förderung von privaten Solaranlagen soll langsam auslaufen. Der Rollout der Smart Meter in Deutschland wird irgendwann in die Gänge kommen, davon sind zumindest Optimisten überzeugt.

Und schließlich beginnen erste Initiativen gerade, das Energy Sharing zu nutzen. Dadurch sind zukünftig Musterverträge absehbar. Und gut vorstellbar ist, dass auch das volle Netzentgelt bei Stromteilen im lokalen Netz noch einmal überdacht wird, und sei es vor Gericht.

In Österreich zumindest ist man nach fünf Jahren so weit, dass gemeinschaftlicher Strom mittlerweile auf Onlineplattformen(öffnet im neuen Fenster) mit passender App und eigener Elektronik angeboten wird, die direkt anzeigt, ob die Mitglieder der jeweiligen Gemeinschaft gerade ausreichend Strom einspeisen. Das ist zwar immer noch aufwendig, wie ein Erfahrungsbericht auf Futurezone(öffnet im neuen Fenster) zeigt, es lohnt sich wenigstens finanziell.


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