Bürgereinkommen: Südkoreas KI-Debatte erschüttert die Börse
Kim Yong-beom, der Politikchef des südkoreanischen Präsidenten, hat einen Facebook-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, in dem er vorschlug, Bürger an den Steuereinnahmen des KI-Sektors zu beteiligen. Als Hauptquellen nannte er laut Korea Times(öffnet im neuen Fenster) Samsung Electronics und SK Hynix. Der Kospi-Index der Börse brach daraufhin um bis zu 5,1 Prozent ein, erholte sich aber und schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent. Samsung verlor 2,3 Prozent, SK Hynix 2,4 Prozent. Ein Sprecher des Präsidentenamtes betonte später laut Medienberichten, Kim habe seine persönliche Meinung geäußert und keine offizielle Regierungsposition.
Was schlug Kim konkret vor? – Fonds statt neuer Steuer
Kim plädierte nicht für eine Sonderabgabe, sondern für einen staatlichen Fonds, der aus den ohnehin zu erwartenden höheren Körperschaftsteuereinnahmen gespeist wird. Samsung soll in diesem Jahr rund 330 Billionen Won Betriebsgewinn (188.562.594.000 Euro) erzielen – was das Unternehmen nach Nvidia zum profitabelsten der Welt machen würde. SK Hynix wird mit rund 239 Billionen Won prognostiziert. Gemeinsam könnten beide Konzerne mehr als 100 Billionen Won Steuern zahlen – ähnlich wie das gesamte koreanische Körperschaftsteueraufkommen für 2026. Das Geld solle Unternehmertum, Jugendbildung, Renten und Kulturförderung zugutekommen, so Kim.
KI-Gewinne werden zum Politikum
Im vergangenen Monat demonstrierten Zehntausende Menschen vor Samsungs Hauptwerk für eine höhere Gewinnbeteiligung der Belegschaft. Die Gewerkschaft fordert 15 Prozent des Betriebsgewinns der Chipsparte und droht mit einem 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai. Christy Tan vom Franklin Templeton Institute brachte es gegenüber Bloomberg Television auf den Punkt(öffnet im neuen Fenster): Asiatische Volkswirtschaften wollten Mitsprache am KI-Boom – und die Gewinne zurück in die Gesellschaft lenken.
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