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Zeit für einen neuen Blick

Allerdings werden Werke aus Asien, Afrika oder der Karibik oft selbst dann nicht ins Deutsche übersetzt, wenn sie auf Englisch bereits erfolgreich sind. Dabei bieten sie ganz eigene Handlungen, Erzählmuster und Weltbilder, die nirgends sonst zu finden sind. Aus europäischer Sicht transportieren sie außerdem wichtige und inspirierende Einblicke in andere Wege, sich die Zukunft vorzustellen.

Afrofuturisten wie Okarafor weben oft Folklore und magische Elemente in ihre Geschichten. Darin geht es häufig um Befreiungskämpfe und die Spannung zwischen Tradition, Familie und einer neuen High-Tech-Welt, in der Technologie auch immer etwas Magisches hat. Perspektiven, die westliche Science-Fiction selbst dann vermissen lässt, wenn sie in fernen Welten spielt(öffnet im neuen Fenster) .

Um dem etwas entgegenzusetzen, empfehlen wir acht preisgekrönte Science-Fiction-Romane aus aller Welt.

Unsere Buchtipps

1. Basma Abdel Aziz – Das Tor (Afrika; Üb. ins Deutsche: Larissa Bender)(öffnet im neuen Fenster)

Nach einer fehlgeschlagenen Revolution müssen die Bürgerinnen und Bürger eines Staates in der arabischen Welt für jede Kleinigkeit vor einem Tor Schlange stehen. Angeblich öffnet es sich nur für eine begrenzte Anzahl von Gesuchen pro Tag. Doch die Menschen warten vergebens in der Hitze der Wüste. Das Tor bleibt verschlossen.

Autorin Abdel Aziz schreibt eine surreale Satire über die Macht von Bürokratien. Wir erleben die Geschichten der Menschen in der Schlage teils kafkaesk, teils orwellianisch: Yehia wartet zum Beispiel auf die Erlaubnis, dass sein Arzt ihm eine Kugel aus dem Becken entfernen darf. Aber das Tor öffnet sich nicht. Die Spannung steigt, ob sich jemand traut, die Autorität zu hinterfragen.

2. Kim Cho-yeop – If We Cannot Go at the Speed of Light (Asien; Üb. ins Englische: Anton Hur)(öffnet im neuen Fenster)

Poetische Science-Fiction aus Südkorea, wo die Sammlung ein rekordverdächtiger Bestseller war. Alle Geschichten darin handeln von Menschen, die eine Entscheidung getroffen haben. Eine alte Frau wartet in einer verfallenen Raumstation auf ein Schiff, das vielleicht nie kommen wird. Ein Mann stößt auf eine Firma, die Gefühle als Produkte verkauft: Liebe als Schokolade, Trauer als Stein.

Wir treffen zahlreiche Menschen und andere Wesen in fernen Welten, deren berührende Geschichten uns vor lauter Fragen stellen. Warum würde jemand Trauer kaufen wollen, um sie zu konsumieren? Warum die Liebsten als Avatare am Leben halten? Warum durch ein Wurmloch reisen? Eine preisgekrönte neue Stimme der globalen Science Fiction zum Selbstentdecken.


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