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Streit über journalistischen Aktivismus

Besonders scheint Greenwald die Tatsache zu wurmen, dass er in den Medien häufig als "Aktivist" bezeichnet wird (Golem.de schreibt meist "Journalist und Aktivist"). Dieser Begriff werde deswegen verwendet, weil er gegen das ungeschriebene Gesetz der "journalistischen Objektivität" verstoßen habe, indem er seine Meinung geäußert habe. Ein überzogener Vorwurf. Nicht umsonst haben die Medien ihre Kommentarseiten, auf denen unter anderem der Regierung die Meinung gesagt werden soll. In seiner Empörung schoss Greenwald allerdings gelegentlich über das Ziel hinaus. Einen auch von Golem.de kritisierten Blogbeitrag löschte er später kommentarlos.

Und in Deutschland?

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Auch in Deutschland gab es Anfang des Jahres eine Debatte darüber, ob man gleichzeitig Journalist oder Aktivist sein kann. "Glenn Greenwald ist längst nicht mehr nur Journalist. Die NSA-Enthüllungen sind für ihn nicht mehr nur Storys, sie sind sein Freiheitskampf", kritisierten die Zeit-Online-Redakteure Kai Biermann und Patrick Beuth. Greenwald habe in seiner Rede vor dem Chaos Communication Congress eine Grenze überschritten, "als er 'wir' sagte statt 'ihr'. Er hat sich mit den anwesenden Hackern gemein gemacht, mit den Aktivisten und Bürgerrechtlern. Er sieht sich als einer von ihnen."

Die Debatte mutet sehr akademisch an. Schon die Tatsache, dass so intensiv über die Massenüberwachung berichtet wird, basiert auch auf der Einschätzung, dass diese nicht gutgeheißen werden kann. "Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch", schrieb Kurt Tucholsky bereits 1921. Vor dieser Waffe fürchtete sich auch Snowden, und sie ist trotz aller Kritik Greenwalds bislang nicht eingesetzt worden. Wären in der Weimarer Republik Journalisten wie Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky nicht Pazifisten gewesen, wäre die heimliche Aufrüstung der Reichswehr vermutlich nicht aufgedeckt worden. Wären mehr Journalisten überzeugte Demokraten gewesen, hätte der Aufstieg Hitlers wirksamer bekämpft werden können.

Promotour durch die Welt

In Deutschland leidet die Debatte weiterhin unter dem Diktum des TV-Moderators Hanns Joachim Friedrichs: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemeinmacht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache." Nach Ansicht des Journalistikprofessors Lorenz Lorenz-Meyer hat Friedrichs damit der Branche einen Bärendienst erwiesen. Greenwald will allerdings mehr als nur "Riesenknüller" publizieren und dafür Auszeichnungen bekommen. Er will auch, dass sich etwas ändert (S. 87).

Inwieweit sich die Geheimdienste in Deutschland durch Regierung, Parlament und Medien kontrollieren lassen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Darüber kann Greenwald in den kommenden Tagen hierzulande diskutieren, beispielsweise am Donnerstag in der ARD-Sendung "Beckmann" (22:45 Uhr) sowie an den folgenden Tagen bei Präsentationen in München, Hamburg und Berlin. Seine weltweite Promotour wird Greenwalds Schlafrhythmus wieder ziemlich durcheinanderbringen. Edward Snowden scheint die Aufregung hingegen nicht so viel auszumachen. Er sei vollkommen im Reinen mit dem, was er getan habe, berichtet Greenwald. Und habe deshalb auch nachts keine Schlafschwierigkeiten gehabt.

 Snowdens Moral aus Videospielen
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der_heinz 21. Mai 2014

Das müsste doch dann auch überall klappen, wenn die Sendeleistung der gefakten Funkzelle...

testtester 21. Mai 2014

mecki, nicht aus US-amerikanischer Sicht. Dies hat der amtierende US-Präsident und...

Hutschnur 21. Mai 2014

Sei doch nicht so naiv. Glaubst du, diese "Dokumente" sind von der NSA bereits so...

skinnie 21. Mai 2014

So schnell hatte ich schon lange keine 365 Seite durch. Wie ich schon schrieb, ich konnte...

testtester 21. Mai 2014

Nur dir - ego - selbst... immer, weil nur du hast recht und sonst keiner... Haste auch...


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