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Glenn Greenwald streitet seit einem Jahr unermüdlich gegen die Überwachung des Internets.
Glenn Greenwald streitet seit einem Jahr unermüdlich gegen die Überwachung des Internets. (Bild: Eduardo Munoz/Reuters)

Snowdens Moral aus Videospielen

Kurios erscheint am Rande, dass Greenwald zur verschlüsselten Kommunikation mit seinen Guardian-Kollegen ausgerechnet Cryptocat benutzte, dessen Sicherheitslücken vor einem guten Jahr bekanntwurden. Dass Snowden seine Moralvorstellungen - vom Kampf des einzelnen Menschen gegen großes Unrecht - aus Videospielen übernommen hatte, stand bereits Anfang Dezember 2013 so im Rolling Stone.

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Das eigentliche Thema des Buches ist jedoch die Arbeit der Geheimdienste, deren Unterstützung durch die Politik und das vermeintlich unkritische Verhalten der Presse. Um Greenwald besser zu verstehen, ist eine Aussage zu seinem ersten Gespräch mit Snowden in Hongkong aufschlussreich: "Seit fast acht Jahren schrieb ich inzwischen über politische Themen, aber für dieses Vorhaben war meine Erfahrung in meinem früheren Beruf als Prozessanwalt wesentlich relevanter" (S. 63). Dies gilt im Grunde für die weitere Arbeit mit dem Geheimdienstmaterial und auch für das Buch.

Großes Misstrauen gegenüber der Presse

Greenwald sieht sich durch die NSA-Dokumente in seinen schlimmsten Befürchtungen als Verfassungs- und Zivilrechtler bestätigt: Unter dem Vorwand der Terrorgefahr rechtfertigt die US-Regierung eine extreme Überwachung "in einem zunehmend chauvinistischen und repressiven Klima der Vereinigten Staaten". Snowden habe Greenwald als Journalisten für die Veröffentlichungen ausgewählt, weil er geglaubt habe, "ich würde die Gefahren der Massenüberwachung und der extremen staatlichen Geheimhaltung erkennen und mich keinem Druck seitens der Regierung und ihrer zahlreichen Verbündeten in den Medien und anderswo beugen" (S. 10).

Aus diesen wenigen Zeilen spricht schon das ganze Misstrauen heraus, das Greenwald gerade gegenüber den renommierten US-amerikanischen Tageszeitungen wie der New York Times und der Washington Post hegt. Große Teile seines Buches handeln davon, wie die amerikanischen Print- und Fernsehmedien versuchen, bei der Veröffentlichung der Snowden-Dokumente den Bedenken der US-Regierung Rechnung zu tragen und sowohl Snowden als auch Greenwald teilweise zu diskreditieren. So sei die "reflexartige Dämonisierung von Whistleblowern" eine Methode, "mit der die bürgerlichen Medien in den USA die Interessen der Mächtigen schützen" (S. 324).

Wegen dieser "unterwürfigen Haltung" würden die Regeln des Journalismus ausgehebelt oder zumindest dem angepasst, "was der Vermittlung der Regierungsbotschaft dienlich ist". Die Korrespondenten in Washington verurteilten dabei nicht die Enthüllungen im Allgemeinen, sondern nur die, "die der Regierung missfällt oder ihre Machtposition untergräbt" (S. 325). Für Greenwald besteht die Aufgabe der Presse aber darin, "die ständigen Lügen aufzudecken, die die Machthabenden zu ihrem Selbstschutz ersinnen" (S. 327). Sonst komme es "unausweichlich zu Machtmissbrauch".

Gerade in seinen ersten Tagen in Hongkong bereitete ihm die Sorge schlaflose Nächte, Medien wie der Guardian könnten die Veröffentlichung auf Druck der Regierungen verweigern. So hatte sich die Washington Post beispielsweise geweigert, ihren Reporter Barton Gellmann nach Hongkong zu Snowden zu schicken. Greenwald reklamierte für sich andere Regeln, "nämlich die eines unabhängigen, nicht obrigkeitshörigen Journalismus" (S. 105). Trotz aller Befürchtungen erhielten die Enthüllungen ein überwältigendes Medienecho. Das bis heute andauert. Ironischerweise muss sich Greenwald inzwischen von Wikileaks "Zensur" vorhalten lassen, weil er auf Bitten der US-Regierung ein Land nicht benannte, das von der NSA komplett abgehört wird.

 Buch zur NSA-Affäre: Greenwald macht der Überwachung den ProzessStreit über journalistischen Aktivismus 

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der_heinz 21. Mai 2014

Das müsste doch dann auch überall klappen, wenn die Sendeleistung der gefakten Funkzelle...

testtester 21. Mai 2014

mecki, nicht aus US-amerikanischer Sicht. Dies hat der amtierende US-Präsident und...

Hutschnur 21. Mai 2014

Sei doch nicht so naiv. Glaubst du, diese "Dokumente" sind von der NSA bereits so...

skinnie 21. Mai 2014

So schnell hatte ich schon lange keine 365 Seite durch. Wie ich schon schrieb, ich konnte...

testtester 21. Mai 2014

Nur dir - ego - selbst... immer, weil nur du hast recht und sonst keiner... Haste auch...



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