Abo
  • Services:
Anzeige
Exmitarbeiterin berichtet von ihrer Arbeit bei Apple.
Exmitarbeiterin berichtet von ihrer Arbeit bei Apple. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Apple versteht seine Mitarbeiter nicht

Da sich die Mitarbeiter vom Konzern schlecht behandelt fühlen, behelfen sie sich mit Tricks, wie Kickl es in ihrem Buch beschreibt. Eine Kollegin versagt in zwei Tests, um nicht in eine andere Abteilung versetzt zu werden. Dass Absicht dahinter stecken könnte, kommt ihrem Vorgesetzten gar nicht in den Sinn. Das zeigt die große Kluft zwischen den Mitarbeitern und den Vorgesetzten.

Auch an anderer Stelle foppen Mitarbeiter ihre Vorgesetzten. Als Apple-interne Systeme gehackt werden und daher nicht zur Verfügung stehen, können Supportanrufe von Kunden nicht angenommen werden. Um immerhin die Telefone nutzen zu können, müssen sich die Mitarbeiter mit einer Art Personalnummer im System anmelden. Diese wird eigentlich nur einmal am ersten Arbeitstag eingegeben, danach nur noch benötigt, um sich bei Krankmeldungen darüber zu identifizieren. Diesen Umstand nutzt Kickls Abteilung: Alle geben vor, der Zettel mit der Personalnummer liege zu Hause. So können sie nicht arbeiten, solange das System nicht läuft.

Anzeige

Mitarbeiterzufriedenheit bei weniger als 30 Prozent

Eine Mitarbeiterbefragung endet nach Kickls Schilderung mit verheerendem Ergebnis: Die Mitarbeiterzufriedenheit liegt teilweise bei weniger als 30 Prozent. Es wird eine Folgebefragung anberaumt, mit der geklärt werden soll, ob die Mitarbeiter die gestellten Fragen falsch verstanden haben. Das ist nicht der Fall. Für Apple war es undenkbar, dass die Ergebnisse stimmen konnten. Der Konzern ergreift erstmals Schritte: Ein Großteil des Managements wird ausgetauscht. Doch das erweist sich als Kosmetik. Für die Mitarbeiter ändert sich nicht viel, denn das Arbeitssystem bleibt unverändert.

Als die direkte Vorgesetzte aufgrund der schlechten Mitarbeiterbefragung entlassen wird, sammelt Kickls Team Geld für ein Abschiedsgeschenk. Bei 20 Mitarbeitern kommen gerade einmal 10 Euro dafür zusammen, mehr Respekt bringen sie ihrer Vorgesetzten nicht entgegen.

Job wirkt sich auf die Psyche aus

Im Buch schildert Kickl eindrucksvoll, wie sich das Apple-System auf die Psyche der Mitarbeiter auswirkt. Denn dort gibt es für die Angestellten nur eine Bewertungsgrundlage: Zahlen, Zahlen und nochmals Zahlen. Da Kickl hier immer gut abschneidet, setzt sie das nicht unter Druck. Aber immer wieder muss sie sich anhören, sie hätte Fehler gemacht, obwohl sie nichts falsch gemacht hat.

Der Arbeitgeber unternimmt alles, damit sich die Mitarbeiter bloß nicht wohlfühlen. Zwei Kollegen wollen nebeneinander sitzen - geht nicht. Wird nachgefragt, gibt es keine Begründung dafür. Solche Erfahrungen hat sie in anderen Unternehmen nicht gemacht, wenn nachgefragt wurde, gab es eine Erklärung. Aber nicht bei Apple.

Das geht so weit, dass sie Albträume davon bekommt. Trotz einiger Job-Erfahrung hat sie so etwas an sich vorher nicht erlebt. Aber sie ist damit nicht allein: "Es geht vielen Kollegen so wie mir. Das ist tröstlich. Angstzustände und Panikattacken, Agoraphobie und Klaustrophobie, Schlaflosigkeit und Zittern, Aggression gegen sich selbst und gegen andere, Herzrasen und übermäßiger Alkoholkonsum, das sind die Dinge, mit denen viele Apple-Mitarbeiter kämpfen." Später meldet sie sich wegen eines Burnouts krank.

Suizide und das Apple-Syndrom

Die schlechten Arbeitsbedingungen haben für einige Mitarbeiter offenbar drastische Folgen: Innerhalb weniger Monate erfährt Kickl von drei Suiziden von Kollegen. Statistisch nimmt sich in Irland einer von 10.000 Menschen pro Jahr das Leben. In der Europazentrale arbeiten 5.000 Menschen, von denen sich innerhalb eines Jahres drei das Leben nehmen. Bei Apple liegt die Selbstmordrate demnach beim Sechsfachen der landesweiten Suizidrate.

Andere Mitarbeiter retten sich aus der Lage mit einer Haltung, die Kickl als "Apple-Syndrom" bezeichnet - analog zum Stockholm-Syndrom, bei dem sich Geiseln mit ihren Geiselnehmern verbunden fühlen. "Das funktioniert bei denjenigen, die vorgeben, hier glücklich zu sein, nach dem gleichen Schema.", schreibt sie. "Sie reden sich die Situation schön." Sie selbst habe sich immer wieder gesagt: "Es ist immerhin Apple".

 Was ein nicht gewährter Urlaubstag auslösen kannVerbesserungsversuche scheitern 

eye home zur Startseite
DerMandant 31. Mär 2017

Einfach auf 'Ignorieren' klicken, dann werden automatisch asoziale Kommentare gefiltert. VG

AstraNueva 30. Mär 2017

Egal ob 1./2./3rdWorld-Probleme - Wenn ich Eure Kommentare so lese, dann wünsche ich...

Trollfeeder 29. Mär 2017

Whataboutism?

seizethecheesl 22. Mär 2017

+1

Pete Sabacker 22. Mär 2017

Kürzlich Telefonsupport für nen 2009er iMac erhalten.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Endress+Hauser Systemplan GmbH, Durmersheim
  2. Information Factory Deutschland GmbH, Nürnberg
  3. CHEFS CULINAR West GmbH & Co. KG, Weeze
  4. headwaypersonal gmbh, Regensburg


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Metal Gear Solid V 23,99€, Total War Warhammer II 15,74€, Project Cars 2 35,99€)
  2. 56,90€ statt 69,90€
  3. 184,90€ statt 199,90€

Folgen Sie uns
       


  1. Festnetz und Mobilfunk

    Telekom kämpft mit Zerstörungen durch den Orkan Friederike

  2. God of War

    Papa Kratos kämpft ab April 2018

  3. Domain

    Richard Gutjahr pfändet Compact-online.de

  4. Carsharing

    Drivenow und Car2Go wollen fusionieren

  5. Autonomes Fahren

    Alstom testet automatisierten Zugbetrieb

  6. Detectron

    Facebook gibt eigene Objekterkennung frei

  7. Mavic Air

    DJI präsentiert neuen Falt-Copter

  8. Apple

    Homepod soll ab Frühjahr 2018 in Deutschland erhältlich sein

  9. 860 Evo und 860 Pro

    Samsungs SSDs sind flotter und sparsamer

  10. Mozilla

    Firefox Quantum wird mit Version 58 noch schneller



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
EU-Urheberrechtsreform
Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
  1. EU-Netzpolitik Mit vollen Hosen in die App-ocalypse
  2. Leistungsschutzrecht EU-Kommission hält kritische Studie zurück
  3. Leistungsschutzrecht EU-Staaten uneins bei Urheberrechtsreform

Computerforschung: Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
Computerforschung
Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
  1. Tangle Lake Intel zeigt 49-Qubit-Chip
  2. Die Woche im Video Alles kaputt
  3. Q# und QDK Microsoft veröffentlicht Entwicklungskit für Quantenrechner

Netzsperren: Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste
Netzsperren
Wie Katalonien die spanische Internetzensur austrickste

  1. Re: Domains zu pfänden sollte verboten sein

    Der Held vom... | 02:24

  2. Re: Heißt der Markt wird geteilt und der Preis...

    sofries | 02:12

  3. Re: Zum IT-Aspekt: Pfändung einer Domäne gehört...

    Iomegan | 02:03

  4. Re: Nutzen?

    CruZer | 02:00

  5. Re: Ich mag Linux ja...

    Seitan-Sushi-Fan | 01:58


  1. 18:19

  2. 18:08

  3. 17:53

  4. 17:42

  5. 17:33

  6. 17:27

  7. 17:14

  8. 16:14


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel