Was ein nicht gewährter Urlaubstag auslösen kann

In der Vorweihnachtszeit werden für alle Mitarbeiter Urlaubssperren verhängt. Kickl hofft auf eine Ausnahme: Sie möchte dem ersten Gesangsauftritt ihres vierjährigen Sohns bei einer Weihnachtsaufführung beiwohnen. Doch ihr Urlaubsantrag wird kategorisch abgelehnt. Sie muss arbeiten, während ihr Sohn auf der Bühne steht - und fühlt sich furchtbar. Kickl beginnt ab dem Zeitpunkt, alle Vorfälle bei der Arbeit systematisch zu sammeln - und die Daten aus Sicherheitsgründen bloß nicht auf Apple Servern abzulegen.

Apple verlangt viel Flexibilität

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Während sich Apple gegenüber seinen Mitarbeitern immer wieder absolut starr und unflexibel gibt, verlangt das Unternehmen von ihnen genau das Gegenteil: maximale Flexibilität. Das merkt Kickl eines Tages, als sie eher durch Zufall in ihren Schichtplan schaut. Bisher hatte sie immer an den Werktagen die Frühschicht und am Wochenende frei, was sich gut mit ihrem Familienleben vertrug. Damit ist es schlagartig vorbei.

Ohne jegliche Mitteilung wird sie für zwei Monate Spätschicht und alle Wochenendschichten eingeteilt. Eine Beschwerde bei den Vorgesetzten ist genauso vergeblich wie ihre Erwiderung bei der Ablehnung des Urlaubsantrags. Einen seit langem fürs Wochenende geplanten Familienausflug wird sie wohl absagen müssen. Sie habe sich gefragt, schreibt sie in ihrem Buch, ob das Unternehmen seine Mitarbeiter als Sklaven betrachte.

Schichtplanänderungen sind jederzeit möglich

"Wir sind alle gleich und werden alle gleich behandelt", bekommt sie von ihrem Vorgesetzten zu hören. Sie werde keine Vorzugsbehandlung erhalten. Als sie erwidert, dass doch jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse habe. Schließlich gebe es Kollegen, die lieber die Spätschicht machen, die sich dann mit einer Frühschicht bestraft fühlen, versucht sie zu argumentieren. Es wird mit den üblichen Floskeln abgetan. Apple vermittelt den Eindruck, auf alle Argumente immer wieder mit der gleichen Phrase zu antworten: Geht nicht!

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Der Vorgesetzte erklärt ihr, dass es hier normal sei, dass Schichten automatisch wechseln. Außerdem könne prinzipiell jederzeit bis zu fünf Tage vor Beginn einer Schicht alles geändert werden. Darauf müsse sich jeder Mitarbeiter einstellen. Mit solch kurzen Vorlaufzeiten ist eine vernünftige Planung des Privatlebens aber kaum mehr möglich.

Wie Sklaven

Als Kickl weinend zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehrt, verspricht eine Vorgesetzte überraschend Abhilfe. Doch die ist nur mäßig hilfreich: Eine Kollegin wird dazu verdonnert, Kickls Schicht zu übernehmen - was nun wiederum diese verärgert. "Die scheinen sich noch nie überlegt zu haben, dass sie es mit Menschen zu tun haben. Die behandeln uns wie Sklaven", regt sich die Kollegin auf. Und Kickl erwidert: " Wenn sie nur halb so viel Wert auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter legen würden wie auf die der Kunden, hätten wir hier einen guten Job!" Im gemeinsamen Groll auf Apple vertragen sich beide wieder.

Von der anfänglichen Begeisterung, für einen angesehenen Konzern wie Apple zu arbeiten, ist bei Kickl und ihrer Familie nichts übriggeblieben. Ihre Söhne, schreibt sie, hassten den Konzern nun so sehr, dass sie selbst niemals ein iPhone kaufen würden.

Die Mitarbeiter, so beschreibt es Kickl, boykottieren den Konzern, wo möglich.

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 Buch - Apple intern: "Die behandeln uns wie Sklaven"Apple versteht seine Mitarbeiter nicht 
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