BSI-Warnung: Sicherheitslücke bei Funktürschlössern von Abus
Ein digitales Türschloss von Abus lässt sich laut BSI hacken. Damit sei der unbefugte Zugang zu Gebäuden oder Wohnungen möglich.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor dem Einsatz des digitalen Türschlosses HomeTec Pro CFA3000 des Herstellers Abus. Eine Schwachstelle führe nach Erkenntnissen des BSI dazu, dass Angreifer, "die sich in der Nähe befinden, bei Ausnutzung der Schwachstelle das Funkschloss ver- und entriegeln und sich damit unbefugt Zugang zu Gebäuden, Büroräumen oder Wohnungen verschaffen können", teilte die Behörde am 10. August 2022 mit (PDF). Das BSI empfiehlt, das Produkt zu ersetzen.
Der Mitteilung zufolge hat der Hersteller die Schwachstelle dem BSI bestätigt und mitgeteilt, dass es sich bei dem Produkt um ein Auslaufmodell handele, das seit März 2021 durch ein Nachfolgemodell ersetzt werde. Bei der genannten Produktgeneration könne die Schwachstelle nicht behoben werden, da keine Updatemöglichkeiten für den Kunden bestünden.
Das Nachfolgemodell unterscheidet sich demnach "weder optisch noch durch seine Bezeichnung substantiell von den betroffenen Geräten". Mangels konkreter Informationen sei das Kauf- beziehungsweise Herstellungsdatum eines entsprechenden Geräts kein sicherer Indikator dafür, ob dieses von der Schwachstelle betroffen sei.
"Das sichere Nachfolgemodell ist unter anderem an einer beiliegenden Keycard mit einem jeweils einzigartigen QR-Code zu erkennen; außerdem sind bei der neuen Ausführung Produkt und Verpackung mit dem Bluetooth-Logo bedruckt", hieß es weiter.
BSI-Präsident kritisiert Hersteller
"Durch Schwachstellen in solchen Funk-Türschlössern wird die Hauptfunktion der Produkte nicht nur kompromittiert, sondern ins Gegenteil verkehrt, da diese Sicherheitslücken gezielt von Unbefugten ausgenutzt werden können", sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm und fügte hinzu: "Wir erwarten, dass Unternehmen ihre Kundinnen und Kunden mit einem Problem dieser Tragweite nicht allein lassen und empfehlen, den Einsatz alternativer Produkte zu prüfen." Der Fall zeige einmal mehr, dass Informationssicherheit die Voraussetzung für eine nachhaltig erfolgreiche Digitalisierung sei.