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BSI: Unternehmen immer häufiger Opfer von Ransomware

Der neue BSI-Chef warnt, dass größere mittelständische Unternehmen immer häufiger das Ziel von Ransomware -Angriffen seien. Ganze Maschinensteuerungsanlagen könnten so lahmgelegt werden.
/ Achim Sawall
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BSI-Chef Arne Schönbohm (Bild: BSI)
BSI-Chef Arne Schönbohm Bild: BSI

Unternehmen sind immer häufiger Ziel von Ransomware . Das erklärte der neue Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, im Interview mit der Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) . "Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir 60 Fälle von sogenannter Ransomware, also einer Art digitaler Schutzgelderpressung, registriert" , sagte Schönbohm. "Im Vorjahr hatten wir keine entsprechenden Meldungen."

"Wir müssen damit rechnen, dass erfolgreiche mittelständische Unternehmen häufiger angegangen werden" , sagte Schönbohm. "Ganze Maschinensteuerungsanlagen könnten so außer Gefecht gesetzt werden."

Malware-E-Mail-Anhänge werden geöffnet

Das Lagebild zur Cybersicherheit, das das BSI jedes Jahr erstellt, bilde ab, wie groß die Gefahr für die komplexe IT-Sicherheit hierzulande sei. Im vergangenen Jahr seien über 430 Millionen Schadprogramme gezählt worden. Bei einer Umfrage von 500 befragten Unternehmen habe jedes dritte angegeben, Opfer von Ransomware geworden zu sein, meist über E-Mail-Anhänge.

Laut einer Umfrage der IHK Norddeutschland wird lediglich jeder zehnte Vorfall zur Anzeige gebracht. Schönbohm appellierte, die Gefahren ernst zu nehmen: "Wir dürfen nicht nur über Digitalisierung reden, sondern brauchen gleichzeitig auch ein Mindestmaß an Cybersicherheit" , sagte der BSI-Chef. Es gebe das Szenario, bei dem es in Europa nach einem Stromausfall dunkel werde. "Dass sich Hacker Zugang zu Atomreaktoren verschaffen und die zum Explodieren bringen, halte ich allerdings für Quatsch" , betonte Schönbohm.


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