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Verbraucherschützer fordern lebenslange Updates

Stattdessen heißt es unter anderem darin: "Für den Nutzer muss erkenntlich sein, wie lange ein Gerät vom Hersteller mit Updates versorgt oder Support bereitgestellt wird. Hier wird empfohlen, die Geräte mit einem Aufdruck zu versehen." Zudem müssten Sicherheitsupdates automatisch auf die Geräte geladen werden. "Weiterhin muss es eine einfache Möglichkeit geben, dem Hersteller erkannte Sicherheitslücken zu melden. Gleichzeitig verpflichten die Hersteller sich, den Verbraucher unverzüglich und umfassend über erkannte Sicherheitslücken zu informieren und ggf. geeignete Rückrufprozesse einzurichten", fordert der GDV.

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Der VZBV setzt sich ebenfalls für die Pflicht der Hersteller ein, kostenfreie Sicherheitsupdates zur Verfügung zu stellen. Allerdings nicht nur für eine bestimmte Mindestdauer, sondern "während der gesamten tatsächlichen Nutzungsdauer digitaler Produkte". Diese Forderung bringen die Verbraucherschützer jedoch nicht in die Arbeitsgruppe Router-TR ein.

Router als kritische Infrastruktur

Vielmehr müsse dies in einer neuen EU-Richtlinie zur Bereitstellung von digitalen Inhalten enthalten sein. Sollte die Richtlinie so beschlossen werden, würde dies auch für Router gelten. Warum der VZBV seine Stimme nicht in die Arbeitsgruppe Router-TR einbringen möchte, ist nicht ganz nachvollziehbar. An mangelnder technischer Expertise sollte dies, wie das Beispiel Anga zeigt, sicherlich nicht scheitern.

Für die Routerhersteller bedeuten die Forderungen in doppelter Hinsicht wirtschaftliche Risiken. Zum einen kostet die Pflege von Firmware über lange Zeiträume viel Geld. Zum anderen könnten Nutzer ihre Router unter Umständen mit einer fremden Software updaten, die über mehr Funktionen verfügt und damit teurere Modelle desselben Herstellers überflüssig macht. AVM äußerte sich auf Anfrage von Golem.de eher kritisch, was die Router-TR betrifft: "Grundsätzlich ist aus unserer Sicht bei der Frage der IT-Sicherheit eine ganzheitliche Betrachtung notwendig. Einzelne Komponenten singulär zu betrachten, ist nicht zielführend." Mit anderen Worten: Wir finden es blöd, dass ausgerechnet an Heimroutern ein Exempel statuiert werden soll, während viele andere Geräte wie PCs oder Smartphones genauso sicher beziehungsweise unsicher sind.

Stillschweigen nicht nachvollziehbar

Doch der Bundestag war im vergangenen Jahr der Ansicht, dass Router durch ihre zentralen Funktionen zu kritischen Telekommunikationsinfrastrukturen würden. "So ist zum Beispiel bei VoIP auch die Absetzung von Notrufen von der Funktionsfähigkeit von Routern abhängig. Dies wird künftig das gesamte Telekommunikationsnetz betreffen, da alle Anbieter die vollständige Umstellung auf VoIP planen und zügig umsetzen", hatte der SPD-Abgeordnete Gerold Reichenbach auf Anfrage von Golem.de gesagt. Da Router aber nicht integrierter Teil der kritischen Infrastruktur seien, würden sie vom IT-Sicherheitsgesetz nicht erfasst. "Sie könnten dies nur werden, wenn wir, was politisch nicht gewollt ist, einen Routerzwang einführen würden", hatte Reichenbach weiter gesagt.

Statt verbindlicher Vorgaben gibt es nun das BSI-Gütesiegel für "Plasterouter", wie der CCC despektierlich die Geräte nennt. Warum in der Debatte "sensible Fragen der IT-Sicherheit besprochen werden, deren Einzelheiten nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden sollen", ist nicht ganz nachvollziehbar. Offenbar wollen Hersteller und Provider erreichen, dass die Nutzer nach Abschluss der Debatte vor vollendete Tatsachen gestellt werden. In einer öffentlichen Debatte müssten sie vermutlich einräumen, dass es vor allem kommerzielle Gründe sind, die ein höheres Sicherheitsniveau der Geräte verhindert.

Nachtrag vom 25. Januar 2018, 17:37 Uhr

Das genannte Router-Testkonzept wurde bereits Ende 2015 vom BSI vorgestellt. Die finale Version vom Mai 2016 ist ebenfalls öffentlich zugänglich. Nicht veröffentlicht sind laut BSI zwei Kapitel, die sich unter anderem mit der Erkennung potenzieller Schwachstellen befassen und daher nach dem Traffic Light Protocol als TLP Amber eingestuft sind. Nach Informationen von Golem.de ist das Testresultat nur unter Abgabe einer Verschwiegenheitserklärung einsehbar.

 Argumente wie beim Routerzwang
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