Abo
  • IT-Karriere:

BSI-Richtlinie: CCC und OpenWRT kritisieren Router-TR als "Farce"

Die neue Richtlinie zur Routersicherheit gefällt dem Chaos Computer Club überhaupt nicht. Router-Hersteller und Netzbetreiber hätten dem BSI die Anforderungen diktiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Plasterouter sind nach Ansicht des CCC gefährliche Geräte.
Plasterouter sind nach Ansicht des CCC gefährliche Geräte. (Bild: CCC/CC-BY 4.0)

Der Chaos Computer Club (CCC) und die Entwickler von OpenWRT kritisieren die neue BSI-Richtlinie zur Routersicherheit scharf. "Damit werden für die Zukunft keine massenhaften Router-Störungen und IT-Sicherheitsprobleme verhindert. Die Käufer sollen keine sinnvolle Möglichkeit bekommen, sichere und langlebige Geräte von Risiko-Routern zu unterscheiden oder die Sicherheit in eigene Hände zu nehmen", heißt es in der am Montag veröffentlichten Stellungnahme. Die Regelung biete nur so viel Sicherheit, "wie es den Herstellern gefällt - sofern sie sich entscheiden, der Richtlinie zu entsprechen".

Stellenmarkt
  1. IHK für München und Oberbayern, München
  2. Dentsply Sirona, The Dental Solutions Company(TM), Bensheim bei Darmstadt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte die Technische Richtlinie TR-03148 am vergangenen Freitag veröffentlicht. Demnach müssen die Hersteller das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum nicht auf der Verpackung angeben. "Diese Information sollte auf der Webseite des Herstellers verfügbar sein", heißt es in dem 22-seitigen Dokument (PDF). Zudem sollen die Router lediglich optional die Möglichkeit bieten, die Installation einer Kundenfirmware zuzulassen. Damit ist es jedem Hersteller selbst überlassen, die Installation von Software wie OpenWRT/LEDE zu erlauben.

Lobbygruppen sabotieren IT-Sicherheit

Damit erweise sich die Router-TR "als Farce", heißt es in der Stellungnahme. "Mit einer Verpflichtung der Hersteller auf diese beiden Kernprinzipien hätte zum einen jeder Nutzer die Möglichkeit der Abschätzung, wie lange der jeweilige Router sinnvoll und vergleichsweise sicher eingesetzt werden kann. Zum anderen gäbe es die Möglichkeit zur Selbsthilfe, indem sichere, freie Firmware eingesetzt werden kann, wenn der Hersteller versagt", schreibt der CCC.

Verantwortlich für die Defizite der Richtlinie seien die Lobbygruppen der Hersteller und Netzbetreiber gewesen. Insbesondere der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber Anga versuchte laut CCC "mit bemerkenswertem Aufwand, das Ziel der Richtlinie zu sabotieren". Der CCC hatte bereits Ende 2017 dem Verband "Lobbying-Sabotage" vorgeworfen. Da die beteiligten Verbände zum Stillschweigen verpflichtet waren, war es für die Öffentlichkeit nicht möglich, die Diskussion zu verfolgen und einzelne Entwürfe zu diskutieren.

Router-TR als Vorstufe für BSI-Siegel

Dass sich nun die Interessen der Netzbetreiber und Hersteller durchgesetzt hätten, "lässt deutliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Willens der Bundesregierung beim Thema IT-Sicherheit aufkommen. Es kann doch nicht darum gehen, es den Herstellern so bequem wie möglich zu machen, sondern das Ziel der IT-Sicherheit muss im Blick bleiben", sagte Hauke Mehrtens vom OpenWRT-Projekt.

Mirko Vogt vom CCC kritisierte: "Statt dem Verbraucher ein wichtiges Differenzierungskriterium an die Hand zu geben, um Produkte seriös und nachhaltig arbeitender Hersteller schon im Laden zu erkennen, wird weiterhin unsicheren Plastikroutern der massenhafte Einzug in heimische und betriebliche Netzwerke geebnet, nur diesmal mit BSI-Siegel - künftige Angriffe auf kritische Infrastruktur inbegriffen."

Für BSI-Präsident Arne Schönbohm ist die TR vor allem wichtig, weil sie die Vorstufe für ein geplantes Gütesiegel oder Sicherheitskennzeichen werden soll. Er halte es für ganz wichtig, "dass man sich ganz bewusst entscheiden kann, wie sicher das Produkt eigentlich sein soll". Nach der vorliegenden Richtlinie könnte eine solche Entscheidung im Laden allerdings schwierig sein. Verbraucher müssen sich vorab möglicherweise im Internet informieren, wie lange der Support für ein bestimmtes Gerät tatsächlich garantiert wird.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 49,70€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Cok3.Zer0 22. Nov 2018

Ja, dann soll halt der CCC in Brüssel oder Athen diskutieren. Es wäre ja echt verblödet...

widdermann 20. Nov 2018

Linux bekommt beim APU2 das Gigabit hin, FreeBSD bzw. pf nicht. Wenn man sich schnellere...

nobs 20. Nov 2018

CMA-Gütesiegel für Plastikrouter ;-D "Traue keinem Label das Du nicht selbst bezahlt hast"

Eheran 20. Nov 2018

Hahahahaha Je mehr der Hersteller zahlt, desto besser wird die Beurteilung? :D


Folgen Sie uns
       


Ghost Recon Breakpoint Gameplay

Elitesoldaten auf einer Insel? Dabei kommt zumindest in Ghost Recon Breakpoint kein Urlaub heraus, sondern ein Kampf zwischen zwei letztlich gleich starken Fraktionen - unser Können entscheidet!

Ghost Recon Breakpoint Gameplay Video aufrufen
5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein
5G-Antenne in Berlin ausprobiert
Zu schnell, um nützlich zu sein

Neben einem unwirtlichen Parkplatz in Berlin-Adlershof befindet sich ein Knotenpunkt für den frühen 5G-Ausbau von Vodafone und Telekom. Wir sind hingefahren, um 5G selbst auszuprobieren, und kamen dabei ins Schwitzen.
Von Achim Sawall und Martin Wolf

  1. Tausende neue Nutzer Vodafone schafft Zuschlag für 5G ab
  2. Vodafone Callya Digital Prepaid-Tarif mit 10 GByte Datenvolumen kostet 20 Euro
  3. Kabelnetz Vodafone bekommt Netzüberlastung nicht in den Griff

IT-Studium: Kein Abitur? Kein Problem!
IT-Studium
Kein Abitur? Kein Problem!

Martin Fricke studiert Informatik, obwohl er kein Abitur hat. Das darf er, weil Universitäten Berufserfahrung für die Zulassung anerkennen. Davon profitieren Menschen wie Unternehmen gleichermaßen.
Von Tarek Barkouni

  1. IT Welches Informatikstudium passt zu mir?
  2. Bitkom Nur jeder siebte Bewerber für IT-Jobs ist weiblich

Acer Predator Thronos im Sit on: Der Nerd-Olymp
Acer Predator Thronos im Sit on
Der Nerd-Olymp

Ifa 2019 Ob wir es nun den eisernen Thron oder den Sitz der Götter nennen: Der Predator Thronos von Acer fällt auf dem Messestand des Herstellers schon auf. Golem.de konnte den skurrilen Stuhl ausprobieren. Er ist eines Gaming-Kellers würdig.
Ein Hands on von Oliver Nickel

  1. Nitro XV273X Acer baut ersten Monitor mit IPS-Panel und 240 Hz
  2. Acer Beim Predator-Notebook fährt die Tastatur wie eine Rampe aus
  3. Geräte für Mediengestalter Acer gibt Verfügbarkeit der Concept-D-Laptops bekannt

    •  /