BSI: Netzbetreiber betroffen über unsicheres Open-RAN

Die Telekom nimmt eine Studie zur mangelnden Sicherheit von Open RAN offenbar ernst. Telefónica sieht kein Problem und Vodafone schweigt komplett.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Förderrunde mit dem geschäftsführenden Verkehrsminister Andreas Scheuer (3. v. l.)
Die Förderrunde mit dem geschäftsführenden Verkehrsminister Andreas Scheuer (3. v. l.) (Bild: Bundesverkehrsministerium)

O-RAN soll die Unabhängigkeit von RAN-Herstellern erhöhen und "zugleich mindestens so sicher wie heutige RAN-Lösungen sein". Das sagte Deutsche-Telekom-Sprecher Stephan Broszio Golem.de auf Anfrage.

In einer Risikoanalyse im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde festgestellt, dass von einer Vielzahl der in O-RAN spezifizierten Schnittstellen und Komponenten mittlere bis hohe Sicherheitsrisiken ausgehen.

Broszio versicherte, die Telekom werde sich "mit der Studie des BSI ausführlich auseinandersetzen. Jeder Beitrag zur weiteren Verbesserung der O-RAN-Spezifikationen ist wichtig."

Telefónica-Sprecher Florian Streicher ist dagegen überzeugt, man könne das unsichere Open RAN selbst sicher machen. "Generell unterziehen wir Netztechnologie von externen Dienstleistern im Vorfeld ihrer Inbetriebnahme ausführlichen Tests, auch explizit in Hinblick auf die Erfüllung unserer hohen Sicherheitsstandards. Darüber hinaus sichern wir sämtliche Systeme durch aktuelle Technologien und Sicherheitsvorkehrungen ab - zum Beispiel Firewalls, Border Gateways und anderes." Zudem stelle der Netzbetreiber durch ein kontinuierliches Monitoring sicher, dass ein möglicherweise auffälliges Verhalten der Systeme sofort angezeigt werde.

Telefónica will Open RAN noch sicherer machen

Telefónica stehe in engem Austausch mit den Herstellern und Behörden wie dem BSI und begrüße jeden Impuls, der dazu beitrage, "das Sicherheitsniveau der Technologie hoch zu halten. Gemeinsam können Behörden, Hersteller und Netzbetreiber technologische Innovationen wie Open RAN noch sicherer machen, deren allgemeine Akzeptanz fördern und die großen Chancen dieser Innovation für eine zügige Digitalisierung nutzen." Doch die Studie ergab eben kein hohes Sicherheitsniveau von Open RAN.

Als einziger Netzbetreiber hat Vodafone die Anfrage von Golem.de vom 22. November 2021 zu Open RAN und Security nicht beantwortet.

Am stärksten von der unsicheren Open-RAN-Technik betroffen ist jedoch 1&1, dessen gesamtes künftiges 5G-Netz davon abhängt. Hierauf wird Golem.de in einem gesonderten Beitrag eingehen. Gegenwärtig werden für den O-RAN-Einsatz Vorbereitungen von 1&1 mit Rakuten, Versatel, NEC und anderen getroffen, hat Golem.de aus Branchenkreisen erfahren.

In einem gemeinsamen Appell haben Telekom, Telefónica, Vodafone und andere gerade erst Finanzmittel und steuerliche Anreize für den Aufbau eines Open-RAN-Ökosystems in Europa gefordert. Die Bundesregierung hatte zuvor bereits eine 2-Milliarden-Euro-Förderung von Open RAN zugesichert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Kryptograph 26. Nov 2021

Ich sehe das ähnlich. Normalerweise müssten deutsche Netze mit den europäischen RAN...

sambache 25. Nov 2021

lock_ 25. Nov 2021

du hast in den geschlossenen biotopen allerdings viel weniger "obscurity" als in o-ran...

tomatentee 25. Nov 2021

Ich kenne BGP, aber was sind Border Gateways? Und was ist deren Sicherheitsfunktion?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. AVM: Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht zum Einsatz
    AVM
    Huawei-Patent kommt in Fritzboxen nicht "zum Einsatz"

    Huawei hat einen großen Patentpool zu Wi-Fi 6. Fritzbox-Hersteller AVM hat die Patente nach eigenen Angaben in seinen Wi-Fi-6-Routern nicht genutzt, will sie aber dennoch für ungültig erklären lassen.

  2. LTE: Kaum weniger Funklöcher in Deutschland
    LTE
    Kaum weniger Funklöcher in Deutschland

    Während bei 5G viel ausgebaut wurde, haben die Netzbetreiber zu wenig LTE-Funklöcher geschlossen. Das ergab zumindest eine Auswertung von Verivox.

  3. E-Corner: Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken
    E-Corner
    Hyundai entwickelt Klappräder zum seitlichen Einparken

    Die Hyundai-Tochter Mobis präsentiert eine Technik, mit der sich die Autoräder seitlich drehen lassen, um das parallele Einparken zu erleichtern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /