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BSI: Merkels Diensthandy wahrscheinlich nicht gehackt

Das Kryptohandy der Bundeskanzlerin ist nach Ansicht des BSI wahrscheinlich nicht abgehört worden. Wohl auch, weil dessen Gebrauch ohnehin "unzumutbar" ist, wie Sicherheitsexperte Nohl Golem.de sagte. Selbst Merkel geht davon aus, dass ihr Parteihandy angezapft wurde.

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Welches ihrer Handys Merkel wohl gerade benutzt?
Welches ihrer Handys Merkel wohl gerade benutzt? (Bild: Adam Berry/AFP/Getty Images)

Über das #Merkelphone wird getwittert, was das Zeug hält. Auch auf Tumblr ergießt sich am Tag nach Bekanntwerden der Abhöraktion Hohn und Spott über Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es ist aber immer noch unklar, auf welche Weise der US-Geheimdienst NSA welche Art der Kommunikation der CDU-Chefin überwacht haben soll. Während Bundesregierung und Bundesnachrichtendienst auf Golem.de-Anfrage jeden Kommentar ablehnten, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wenigstens klarzustellen versucht: Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass ein vom BSI zugelassenes Gerät abgehört worden sei, sagte Sprecher Matthias Gärtner Golem.de. Nach Ansicht des Sicherheitsexperten Karsten Nohl ist das kein Wunder. Die veralteten Geräte seien unzumutbar, so dass jeder Geheimnisträger ein modernes Smartphone mit sich herumtrage.

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Aktuell vom BSI zugelassene Geräte für den Dienstgebrauch sind beispielsweise das Secusuite auf der Basis des Blackberry 10 sowie das Simko3 auf Grundlage des Galaxy S3. Nach Angaben von Secusmart-Chef Hans-Christoph Quelle nutzt Merkel seit einigen Wochen ein modifiziertes Blackberry Z10. "Die Verschlüsselung geschieht in der SD-Karte, die ist sicherlich nicht gehackt worden", sagt Quelle der Welt laut Vorabbericht. Doch auch diese Mobiltelefone sind nach Darstellung von Nohl im Schutzanspruch stark eingeschränkt. "Sie verschlüsseln Ende-zu-Ende nur, wenn beide Gesprächspartner solch ein teures Gerät nutzen. Wenn Merkel mit Bundesministern konferiert, wird dies vermutlich der Fall sein. Wenn sie mit CDU-Funktionären telefoniert, aber wahrscheinlich nicht", sagte Nohl auf Anfrage von Golem.de. Zudem schützten viele Verschlüsselungslösungen nur, wo eine stabile Internetverbindung bestehe, da sie auf der Basis von Voice over IP verschlüsseln. "Zuletzt sind die Geräte völlig veraltet und eigentlich nicht zumutbar", sagte Nohl. Zudem würden GSM-Gespräche in Berlin von vielen Botschaften wohl standardmäßig mitgeschnitten und entschlüsselt. "Selbst Hobbyhacker können viele Gespräche auch der Bundesregierung abhören", sagte Nohl, der vor einigen Monaten nachgewiesen hatte, wie sich Millionen SIM-Karten hacken lassen.

Medienberichten zufolge nutzte Merkel zeitweise ein Kryptohandy auf der Basis eines Nokia 6210 Navigator, ausgestattet mit der vom BSI zugelassenen Verschlüsselungssoftware Secuvoice. Anders als die neuen Geräte waren die früheren Kryptohandys zudem nicht in der Lage, sowohl Gespräche als auch die E-Mail-Kommunikation zu verschlüsseln. Daher ist es kein Wunder, dass die Mitglieder der Bundesregierung sowie Mitarbeiter von Ministerien und Bundesbehörden nicht nur mit den offiziellen Kryptohandys kommunizieren. Welche Geräte der Kanzlerin genau von der NSA abgehört worden seien, werde derzeit noch geprüft, sagte der BSI-Sprecher. Die Dokumente, die das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bei seiner Anfrage an die Bundesregierung vorgelegt habe, hätten ein Abhören aber plausibel erscheinen lassen.

Nachtrag vom 24. Oktober 2013, 15:15 Uhr

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge soll es sich um das Parteihandy Merkels gehandelt haben, das abgehört wurde. Dieses sei nicht so gut abgesichert wie ihr Diensthandy, werde aber ständig von ihr genutzt. Aus den Recherchen des Spiegel sei hervorgegangen, dass die amerikanischen Dienste ein Telefon Merkels mit einem Vodafone-Vertrag ins Visier genommen hätten. Wie genau die Amerikaner das Handy angezapft hätten, sei noch nicht bekannt. Vodafone nutze in Berlin für das mobile Netz zumeist Funkwege. "Die einzelnen Mobilfunkzellen sind oft per Richtfunk miteinander verbunden, die Übertragung ist in der Regel nicht verschlüsselt", sagte Frank Rieger vom Chaos Computer Club zu Zeit Online. Um den Richtfunk abzuhören, brauche die NSA eine Antenne in der Nähe - was in Berlin wohl kein Problem sei.

Nachtrag vom 25. Oktober 2013, 10.30 Uhr

Merkel selbst geht inzwischen davon aus, dass es sich bei dem abgehörten Gerät um das Parteihandy handelt. Sie nutze beruflich nur ein Mobiltelefon, das aber von der Partei finanziert werde, "damit ja nie der Eindruck entsteht, ich würde Regierungsgelder für Parteikommunikation verwenden". Das sagte sie am Rande des EU-Gipfels am Donnerstag in Brüssel laut Protokoll. Für staatspolitisch relevante Kommunikation nutze sie Kryptoleitungen oder ihr Kryptohandy. Nach den Berichten über die Abhöraktionen habe sie ihr Kommunikationsverhalten aber nicht geändert, sagte Merkel. Sie habe eine "konsistente Logik" ihrer Gespräche. Deshalb gehe sie davon aus, dass jeder, der mit ihr rede, "im Grundsatz immer das Gleiche hört". Es muss für die NSA sehr langweilig sein, Merkel abzuhören.

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Der Held vom... 29. Okt 2013

Du behauptest das Gegenteil und kannst ebenso wenig wissen, ob es stimmt. Meine Aussage...

Anonymer Nutzer 27. Okt 2013

Um das ganze nochmal aufzuwärmen, gemeint war bestimmt nicht die unzumutbarkeit der...

imac2009 25. Okt 2013

Immer das gleiche hören? Wie etwa: "Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden." ?

caldeum 25. Okt 2013

Japp, waren genaugenommen sogar 2 ;)

muhviehstah 25. Okt 2013

glaube das Problem liegt eher ausserhalb der Gerätes oder?


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