BSI-Lagebericht: Cyber so gefährlich wie nie
Kriminelle und staatliche Akteure gefährden die Sicherheit im Cyberraum, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Internet beziehungsweise die IT nennt, so stark wie nie zuvor. Das geht aus dem Lagebericht zur IT-Sicherheit 2022(öffnet im neuen Fenster) des BSI hervor, der am 25. Oktober 2022 in Berlin veröffentlicht wurde.
Neben kriminellen Aktionen, hinter denen vor allem finanzielle Motive stecken, macht die Behörde Cyberattacken im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine als Ursache für die hohe Bedrohung aus. Beklagt wurde in vielen Fällen auch eine unzureichende Produktqualität von IT- und Softwareprodukten.
Der BSI-Lagebericht sollte eigentlich schon vor rund zwei Wochen vorgestellt werden. Der Termin wurde aber kurzfristig abgesagt, weil der BSI-Chef Arne Schönbohm bei Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in Ungnade gefallen war. Der Beamte wurde eine Woche später von der Ministerin freigestellt.
Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger steht nicht fest. Schönbohm werden fortgesetzte Kontakte zum Cybersicherheitsrat Deutschland e. V. zur Last gelegt, den er mitgründete und dem in Teilen problematische Kontakte zu Russland vorgeworfen werden.
Mehr Sicherheitslücken und viel Cyber
Faeser erklärte am 25. Oktober, die seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine anhaltend erhöhte Cyberbedrohungslage erfordere eine strategische Neuaufstellung und deutliche Investitionen in Deutschlands Cybersicherheit. Der Vizepräsident des BSI, Gerhard Schabhüser, erklärte, Ransomware-Angriffe seien aktuell die größte Bedrohung im Cyberbereich.
"Die Modernisierung unserer Cybersicherheitsarchitektur mit dem Ausbau des BSI zur Zentralstelle, der weitere Ausbau und die Erneuerung von Netzen und IT-Systemen der Verwaltung, die Stärkung der Sicherheitsbehörden zur Verfolgung von Cybercrime sowie die Verbesserung der Abwehrfähigkeiten gegen Cyberangriffe sind wichtige und notwendige Schritte für eine eng verzahnte föderale Cyber-Abwehr und eine effektive und effiziente Aufstellung im Cyberraum", erklärte Faeser.
Jede Schwachstelle in Soft- oder Hardwareprodukten sei ein potenzielles Einfallstor für Angreifer und gefährde die Informationssicherheit in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, sagte Faeser. Im Jahr 2021 seien über 20.000 Schwachstellen in Softwareprodukten entdeckt und erfasst worden. Das entspreche einem Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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