BSI: Hackerangriffe bedrohen Energieversorger

Nach Darstellung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik sind deutsche Unternehmen aus der Energiewirtschaft derzeit Ziel einer "weltweiten Cyber-Angriffskampagne." Die Behörde arbeite "intensiv" an einer Vielzahl von Verdachtsfällen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) .
Zugriff auf die Stromnetze oder andere Teile der kritischen Infrastruktur soll es aber bislang nicht gegeben haben. Das BSI spricht davon, dass "in einigen Fällen Zugriff auf Büronetzwerke der Unternehmen" möglich gewesen sei. Außerdem seien Spuren der Angreifer nachgewiesen worden, die "auf Angriffsvorbereitungen zur späteren Ausnutzung hindeuten" . Hinweise auf eine Infektion auf Produktions- oder Steuerungsnetzwerke gebe es allerdings nicht.
BSI-Chef sieht Deutschland gut vorbereitet
BSI-Chef Arne Schönbohm sagte dazu: "Diese Angriffe zeigen, dass Deutschland mehr denn je im Fokus von Cyber-Angriffen steht. Dass bislang keine kritischen Netzwerke infiltriert werden konnten, zeigt, dass das IT-Sicherheitsniveau der deutschen KRITIS-Betreiber auf einem guten Level ist. Das ist auch ein Verdienst des IT-Sicherheitsgesetzes." Das BSI habe bereits im vergangenen Jahr eine Warnung an mehrere Hundert Unternehmen aus der Energiebranche herausgegeben, die auch Handlungsempfehlungen enthalten hätten.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik positioniert sich mit solchen Meldungen auch im politischen Geschäft. Verschiedene Behörden versuchen, ihre eigenen Kompetenzen im IT-Security-Bereich auszubauen. Das BSI ist zur Zeit dabei, mehrere Kontaktstellen aufzubauen, um eine bessere lokale Vernetzung mit Unternehmen, aber auch mit politischen Entscheidungsträgern zu ermöglichen.