BSA-Studie: Deutschland ist favorisierter Standort für die Cloud
Die Business Software Alliance (BSA) bewertet Deutschland als den besten Standort für Cloud-Computing-Dienste. Das berichtet die Zusammenfassung des Verbandes für das Jahr 2018(öffnet im neuen Fenster) . Zweiter ist demnach Japan, gefolgt von den USA und Großbritannien. Auf den hinteren Plätzen sind China, Indonesien und Vietnam vertreten. Jedes Jahr bewertet die BSA nach eigenen Aussagen die Gesetzeslage und Infrastruktur von Staaten mit Blick auf die "Bereitschaft für die Anpassung an das Wachstum der Cloud" .
Im Detail betrachtet hat Deutschland eine Punktzahl von 84.0 erreicht, zwei Punkte vor dem Zweitplatzierten Japan. In dem dazugehörigen Dokument(öffnet im neuen Fenster) lobt die BSA vor allem aus ihrer Sicht verständliche Datenschutzgesetze. Die neue Version des Bundesdatenschutzgesetzes, die im Mai 2018 in Kraft treten soll, sei ein Plus. Wichtig sei auch, dass Deutschland ein effizientes Justizssystem habe, das sich Urheberrechtsverletzungen annimmt.
Ein Problem scheint jedoch der bürokratische Apparat und damit verbundene Anmeldungen zu sein. Das könne für einige Anbieter zu zusätzlichen Kosten führen. Außerdem sind im Fall eines unberechtigten Datenzugriffs zwei verschiedene Meldegesetze aktiv. Zum einen sind Unternehmen zur Meldung verpflichtet, andererseits dürfen nur bestimmte Daten preisgegeben werden.
BSA widerspricht sich ein wenig selbst
Die Infrastruktur Deutschlands ist laut der BSA für Cloud Computing gut ausgelegt. Demnach haben 96 Prozent der 38 Millionen deutschen Haushalte Zugang zum Mobilfunknetz LTE mit 2 MBit/s Geschwindigkeit. Nur 6 Prozent haben mehr als 16 MBit/s. Nicht beachtet wird hier, dass viele Tarife an starke Datenlimitierungen gekoppelt sind. Cloud-Dienste benötigen zumeist aber eine permanente Verbindung – oft mit recht hoher Datenlast.
Insgesamt erreichen nur 15 Prozent der Internet-Access-Points in Deutschland Datenraten von über 15 Mbit/s. 7 Prozent der Haushalte haben Zugang zu optischen Glasfaserverbindungen. Laut dem Bericht haben kleine und mittelständische Betriebe oft nicht einmal Zugang zu bezahlbaren Gigabit-Ethernet-Verbindungen. Die BSA bezieht sich mit diesen Zahlen auf die Digitalstrategie 2025, die bis zum Jahr 2025 Investitionen von 100 Milliarden Euro in den Ausbau der Internetinfrastruktur im Land vorsieht.
Hier sind Länder wie Japan(öffnet im neuen Fenster) im Vorteil: Laut dem BSA-Bericht sind dort zwei Drittel der 47 Millionen Haushalte über Fiber to the Home ans Internet angebunden. Nur wenige Investitionen gehen in die Bereiche des Kabel-Internets oder DSL über Kupferleitungen. Ein Viertel der Bürger Japans verfügte im ersten Quartal 2017 über Anschlüsse mit mehr als 25 Mbit/s Datendurchsatz. In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum 14 Prozent. Spitzenreiter ist Südkorea(öffnet im neuen Fenster) mit 40 Prozent der Anschlüsse mit mehr als 25 Mbit/s Datenrate.
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