Bruie: Nasa testet Eismond-Roboter in der Antarktis

Wissenschaftler der Nasa wollen in der Antarktis einen Roboter testen, der in der Zukunft einmal einen der Eismonde in unserem Sonnensystem erkunden könnte. Bis dahin soll er aber wertvolle Forschungsarbeit in irdischen Eismeeren leisten.

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Roboter Bruie: kann monatelang unter dem Eis im Einsatz sein.
Roboter Bruie: kann monatelang unter dem Eis im Einsatz sein. (Bild: Nasa)

Gibt es Leben auf Europa oder auf Enceladus? Die Monde von Jupiter und Saturn stehen auf der Liste der Himmelskörper, die die National Aeronautics and Space Administration (Nasa) in den kommenden Jahrzehnten erforschen will. Einen Roboter, der eine solche Mission durchführen könnte, testet die US-Raumfahrtbehörde in Kürze.

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Der Buoyant Rover for Under-Ice Exploration (Bruie) ist rund einen Meter groß und kann schwimmen und fahren. In dem sechseckigen Gehäuse sind die Steuerelektronik, Kameras sowie Sensoren untergebracht, die Werte wie den Sauerstoffgehalt des Wassers, die Salinität, Druck und Temperatur messen sollen.

An den beiden Enden des Gehäuse ist jeweils ein großes Rad angebracht. Damit soll der Roboter sich unter Wasser an der Unterseite einer Eisdecke bewegen. Die beiden Himmelskörper Europa und Enceladus sind von 10 bis 19 Kilometer dicken Eispanzern bedeckt. Darunter werden riesige Ozeane vermutet, in denen sich möglicherweise Leben entwickelt haben könnte. Diese Ozeane soll Bruie erkunden.

Die Nasa will Bruie im kommenden Monat in der Antarktis testen. 2015 haben Nasa-Wissenschaftler den Roboter schon in der Arktis und in Alaska eingesetzt. Jedoch bietet die Antarktis Bedingungen, die eher denen auf den Eismonden von Jupiter und Saturn ähneln.

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Nahe der australischen Antarktisstation Casey wollen die Forscher Löcher ins Eis bohren, durch die sie Bruie ins kalte Wasser hinablassen. Bei einer Mission zu einem anderen Himmelskörper wird Bruie autonom agieren. Bei den Tests werden die Wissenschaftler den Roboter jedoch an einer Leine führen.

Der Roboter soll unter dem Eis entlangfahren und Daten über die Eis-Wasser-Schnittstelle sammeln - so nennen die Forscher den Bereich, wo Wasser und Eis aufeinandertreffen. Dabei kann Bruie gleich auch irdische Forschungsaufgaben übernehmen.

"Wir haben festgestellt, dass es an Schnittstellen oft viel Leben gibt, sowohl am Meeresboden als auch oben an der Grenze von Eis und Wasser", sagte Andy Klesh, leitender Ingenieur bei der Nasa. Diese Bereiche mit Tauchfahrzeugen zu erkunden, sei jedoch schwierig. Meeresströmungen könnten sie gegen das Eis drücken, oder die Tauchfahrzeuge verbrauchten viel Energie, um das zu verhindern und ihre Position zu halten. Bruie hingegen werde durch Auftrieb an der Eisunterkante festgehalten. Strömungen könnten ihm nur wenig anhaben. Zudem schalte er sich nur ein, wenn er Messungen durchführe, so dass er monatelang die Umgebung unter dem Eis beobachten könne.

Bis Bruie wirklich zu Europa oder Enceladus fliegt, wird es noch dauern. Die Nasa plant eine erste Mission in den Orbit von Europa für Mitte der 2020er Jahre. Auch die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) will im kommenden Jahrzehnt einen Orbiter auf den Weg zu Europa bringen. Die Sonden sollen erkunden, wo Bruie oder der europäische Roboter Eurex landen können.

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