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Brücke zu 6G: Vodafone testet bereits 5G Advanced in Deutschland

Anga Com
Vodafones neuer Technikchef erzählt, warum 5G Advanced ins Mobilfunknetz gebracht wird, aber das Unternehmen bei Docsis 4.0 zurückhaltend ist.
/ Achim Sawall
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Vodafone Deutschland hat seit Februar 2026 einen neuen CTO: Fabrizio Rocchio (Bildmitte) (Bild: Vodafone Deutschland)
Vodafone Deutschland hat seit Februar 2026 einen neuen CTO: Fabrizio Rocchio (Bildmitte) Bild: Vodafone Deutschland

Vodafone Deutschland testet bereits Funktionen, die unter dem Mobilfunkstandard 5G Advanced zusammengefasst sind. Teilweise werden sie schon eingesetzt. Das hat Fabrizio Rocchio, Technik- und Netzchef bei Vodafone Deutschland, am 20. Mai 2026 in einer Gesprächsrunde mit Journalisten auf der Kongressmesse Anga Com in Köln bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster).

"Wir entwickeln unser Netz fortlaufend weiter. 5G Advanced ist ein Übergang auf dem Weg zu 6G. Darin vorgesehen sind beispielsweise ein Low-Latency-Modus und der energiesparsame IoT-Dienst Redcap. Zudem neue Möglichkeiten, um die Mobilfunkabdeckung zu erhöhen und Carrier Aggregation-Ansätze für höheres Upload-Tempo." Die Technik für den sogenannten Upload-Boost im Mobilfunknetz aktiviert Vodafone in diesen Tagen. "Im Live-Netz sind mit dem neuen Verfahren Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 200 MBit/s möglich – eine Steigerung von 30 Prozent", erklärte der Technikchef.

Vodafone hat Docsis 4.0 getestet

Im Kabelnetz habe Vodafone Deutschland den neuen Standard DOCSIS 4.0 im vergangenen Jahr einem ersten Feldtest unterzogen. "Wir fokussieren uns jedoch klar auf Segmentierungen basierend auf dem jetzigen DOCSIS 3.1-Standard, bringen mehr Glasfaser ins Netz und modernisieren die Technik. Derzeit gibt es keine Pläne, DOCSIS 4.0 in Deutschland einzuführen."

Auf der Anga Com präsentierte Vodafone auf der Innovation Stage einen technischen Ansatz, bei der eine Glasfaser bis in den Keller der Mietwohnungen verlegt wird. Danach wird das vorhandene HFC-Kabel weiter genutzt, um Daten weiterzuleiten. Im Keller kommt dabei ein sogenanntes Mini RPD (Remote Phy Device) als Wandler zum Einsatz.  

DOCSIS 4.0 bekommt in Deutschland, anders als etwa in den USA, wenig Aufmerksamkeit. Netzbetreiber wie Vodafone oder Tele Columbus scheuen die hohen Investitionen, weil für die extremen Datenraten von bis zu 10 GBit/s im Download und 6 GBit/s im Upload viele Komponenten im Netz ausgetauscht werden müssten. Dies sind Verstärker in den Straßen und Kellern, die passiven Abzweiger und Verteiler und oftmals sogar die Antennendosen in den Wohnungen der Mieter. Auch an den zentralen Gegenstellen (CMTS) müssten Änderungen vorgenommen werden.

In den USA ist der DOCSIS 4.0--Ausbau einfacher als in Deutschland. Dort hängen die Koaxialkabel meist oberirdisch an Holzmasten. Ein Techniker fährt mit dem Steiger vor, tauscht den Verstärker aus und das Netz ist fast schon für DOCSIS 4.0 bereit. In Deutschland ist das HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax) dagegen fast vollständig unter der Erde vergraben.


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