Abo
  • IT-Karriere:

Browser: Warum Webkit kein Allheilmittel ist

Nach Apple, Google und Amazon setzt künftig auch Opera auf die freie Browser-Engine Webkit. Rivalen, die sich in anderen Bereichen regelrecht bekriegen, arbeiten friedlich zusammen, und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft und Mozilla folgen. Doch der Schein trügt.

Artikel veröffentlicht am ,
Browser: Warum Webkit kein Allheilmittel ist
(Bild: Webkit)

Eine Welt, in der alle Browser Webseiten gleich darstellen, einheitliche APIs auf Basis von Webstandards nutzen und diese frühzeitig umsetzen: Diese Vorstellung klingt verlockend, und die freie Browser-Engine Webkit wirkt wie der entscheidende Baustein, um es möglich zu machen.

Inhalt:
  1. Browser: Warum Webkit kein Allheilmittel ist
  2. Mozilla erteilt Webkit eine Absage

Das von Apple auf Basis von KHTML, der HTML-Rendering-Engine von KDE, gestartete Projekt findet immer mehr Anhänger. So setzte Apples Rivale Google beim Android-Browser auf Webkit und entwickelte später Chrome auf Basis der Engine. Auch Amazons Browser basiert auf Webkit und nun stellt Opera seine eigene Browser-Engine Presto ein und beteiligt sich künftig an Webkit. Zahlreiche weitere Browser verwenden sie.

Webkit ist nicht gleich Webkit

Doch Webkit ist nicht gleich Webkit. Das wird schon bei den Browsern von Apple und Google deutlich. Beide basieren offiziell auf Webkit, unterscheiden sich aber fundamental. So hat Google für seinen Browser mit V8 eine eigene Javascript-Engine entwickelt und sich gegen die von Apple entwickelte Nitro-Engine des Webkit-Projekts entschieden. Zudem hat Google für Webkit im Geheimen ein Multi-Prozess-Modell entwickelt, auf dem Chrome von Beginn an basierte, Apple arbeitet an der Alternative Webkit2.

Das sind längst nicht alle Unterschiede zwischen Safari und Chrome, auch beim Funktionsumfang gibt es sie. Jeder Browserhersteller, der Webkit nutzt, kann entscheiden, welche Funktionen er unterstützen und welche er selbst auf andere Weise umsetzen will. Während Chrome beispielsweise das Gamepad-API unterstützt, verzichtet Apple darauf. Bei Desktopbenachrichtigungen, für die noch keine fertige Spezifikation vorliegt, setzen Apple und Google auf unterschiedliche APIs, wobei Apple dem aktuellen W3C-Entwurf folgt. Und währende Chrome WebGL schon lange unterstützt, steht die 3D-Technik in Safari noch immer nicht regulär zur Verfügung.

Stellenmarkt
  1. terranets bw GmbH, Lindorf bei Wendlingen/Kirchheim
  2. LTG Ulm GmbH, Ulm

Der Webentwickler Peter-Paul Koch hat vor rund zwei Jahren eine Liste angelegt, die die Unterschiede verschiedener Webkit-Browser aufzeigt. Dabei wird deutlich: Dass mehrere Browser auf Webkit setzen, entbindet Entwickler nicht davon, ihre Webseiten und Apps in mehreren Browsern zu testen.

Zusammenarbeit?

Eric Seidel, der seit rund acht Jahren an Webkit arbeitet - früher für Apple, heute für Google -, machte kürzlich in einer E-Mail auf die aus seiner Sicht größten Probleme des Webkit-Projekts aufmerksam: Es verfügt derzeit über acht unterschiedliche Build-Systeme, die alle gepflegt werden müssen, es fehlt an Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen den Entwicklern, es ist schwierig, längere Zeit an neuen Funktionen zu arbeiten, und es gibt einige plattformspezifische Altlasten in den Kernkomponenten, die dort gar nicht hingehören. Zudem fehlt ein klarer Entscheidungsprozess bei der Aufnahme neuer Funktionen.

Der jQuery-Entwickler Dave Methvin weist noch auf ein anderes Problem des Webkit-Projekts hin: Es hat viele Fehler und Inkonsistenzen, die zum Teil seit Jahren bekannt sind. So enthält jQuery Core mehr Codezeilen, die dafür da sind, Probleme mit Webkit zu lösen, als Code zur Problembehebung in irgendeinem anderen Browser. Entwickler fänden es einfach attraktiver, neue Funktionen für Webkit zu entwickeln und dafür Applaus zu ernten, als Fehler aus allen Webkit-Browsern zu entfernen.

Dennoch hat sich nun Opera für einen Wechsel auf Webkit entschieden und bekommt dafür Zuspruch. So schreibt der ehemalige Mozilla-Chef John Lilly beispielsweise, er finde Operas Entscheidung nachvollziehbar. Und Mozillas Technikchef Brendan Eich ist der Meinung, Mozilla hätte in Operas Situation ähnlich entschieden.

Mozilla erteilt Webkit eine Absage 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,75€
  2. 4,99€
  3. 33,99€
  4. 47,95€

vertigoback 22. Mär 2013

Das stimmt für den individuellen Developer, aber für die Innovationen im Netz - glaube...

crazypsycho 25. Feb 2013

Warum müsste das Unternehmen denn alles erneuern? Es werden regelmässig Patches...

Jacques de... 23. Feb 2013

Vielleicht, weil man Safari so damals nicht geheimhalten hätte können? Jedenfalls...

Neuro-Chef 19. Feb 2013

Ja, der von Mozilla unter Windows. Nimm doch einfach den Build Cyberfox, der ist 64bit.

nf1n1ty 19. Feb 2013

Strg + Shift + O_O Offensichtlicherweise ist das Prinzip der Sidebar nicht bekannt...


Folgen Sie uns
       


Dell XPS 13 (9380) - Test

Das aktuelle XPS 13 entspricht vom Gehäuse her dem Vorgänger, allerdings sitzt die Webcam nun oberhalb des Displays und vor dem matten Panel befindet sich keine spiegelnde Scheibe mehr. Zudem fallen CPU-Geschwindigkeit und Akkulaufzeit höher aus.

Dell XPS 13 (9380) - Test Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck


    Anno 1800 im Test: Super aufgebaut
    Anno 1800 im Test
    Super aufgebaut

    Ach, ist das schön: In Anno 1800 sind wir endlich wieder in einer heimelig-historischen Welt unterwegs - zumindest anfangs. Das neue Werk von Blue Byte fesselt dank des toll umgesetzten und unverwüstlichen Spielprinzips. Auch neue Elemente wie die Klassengesellschaft funktionieren.
    Von Peter Steinlechner

    1. Ubisoft Blue Byte Anno 1800 erhält Koop-Modus und mehr Statistiken
    2. Ubisoft Blue Byte Preload der offenen Beta von Anno 1800 eröffnet
    3. Systemanforderungen Anno 1800 braucht schnelle CPU

    Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
    Passwort-Richtlinien
    Schlechte Passwörter vermeiden

    Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
    Von Hanno Böck

    1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
    2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
    3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

      •  /