Browser: Perplexity prüfte mehrere Alternativen vor Chrome-Angebot

Der Chrome-Browser von Google ist offenbar nicht die einzige Option für das KI-Start-up Perplexity gewesen. Bevor das Unternehmen sein Angebot in Höhe von 34,5 Milliarden US-Dollar für den Marktführer abgegeben habe, habe es bereits andere Übernahmen ausgelotet. Das berichtet The Information(öffnet im neuen Fenster) und beruft sich dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen.
Demnach führte Perplexity in den vergangenen Monaten Gespräche mit mehreren Browser-Anbietern – darunter The Browser Company, Entwickler des KI-fokussierten Browsers Arc, sowie dem datenschutzorientierten Anbieter Brave.
Wie aus einem weiteren Bericht(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, fanden die Verhandlungen mit The Browser Company bereits im Dezember statt. Ziel war offenbar eine vollständige Übernahme, um die eigene Reichweite im Web-Bereich schnell auszubauen. Einigkeit über den Kaufpreis konnte jedoch nicht erzielt werden.
Kurz darauf soll Perplexity ein Angebot in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar – größtenteils in eigenen Aktien – für Brave abgegeben haben. Auch diese Gespräche verliefen den vorliegenden Informationen nach ergebnislos.
Milliardenofferte für den Marktführer
Das Angebot über 34,5 Milliarden US-Dollar für Googles Chrome Browser lag deutlich über der eigenen Bewertung von Perplexity – zuletzt wurde das Unternehmen mit etwa 18 Milliarden Dollar eingeschätzt. Die Offerte ist wohl vor allem für den Fall gedacht, dass Google den Browser aufgrund regulatorischer Auflagen vom restlichen Konzern trennen müsste.
In diesem Szenario wollte Perplexity als Käufer auftreten und die Open-Source-Basis von Chromium erhalten. Außerdem sollte Google als voreingestellte Suchmaschine bestehen bleiben, ergänzt durch zusätzliche Investitionen in die Weiterentwicklung.
Marktbeobachter sehen in diesem Vorgehen den Versuch, über den Erwerb eines etablierten Produkts schnell eine große Nutzerbasis zu erreichen und die eigene Technologie direkt in den Arbeitsalltag vieler Menschen zu bringen. Parallel arbeitet Perplexity mit Comet an einer eigenen Browser-Lösung, die eng mit dem hauseigenen KI-Assistenten verzahnt ist.



