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Browser: Opera zeigt URLs, die nur aus Emojis bestehen

Zusammen mit einer Art Registrar versucht sich Opera an einem Alleinstellungsmerkmal, das Emojis auf eine nächste Stufe bringen soll.
/ Sebastian Grüner
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Opera zeigt Adressen, die nur noch aus Emojis bestehen. (Bild: Opera)
Opera zeigt Adressen, die nur noch aus Emojis bestehen. Bild: Opera

Der Browser-Hersteller Opera beginnt eine Art Web-Adressen- und Domain-Darstellung, bei der ausschließlich Emojis benutzt werden statt wie bisher meist Buchstaben und Zeichen. Diese Integration in den Browser ist eine Partnerschaft mit dem erst kürzlich gegründeten Unternehmen Yat.

In der Ankündigung von Opera(öffnet im neuen Fenster) dazu heißt es: "Vor über dreißig Jahren wurde das World Wide Web zum ersten Mal öffentlich zugänglich gemacht, aber in Bezug auf Weblinks hat sich nicht viel geändert und wir verwenden immer noch .com in unseren URLs." Mit den Emoji-Domains bringe Opera "ein neues Maß an Kreativität ins Internet" und der Hersteller stellt die Frage: "Sind Sie bereit, Emojis auf die nächste Stufe zu bringen?"

Der Anbieter Yat ermöglicht den Kauf einzigartiger URL-Pfade beziehungsweise Subdomains, die wiederum aus einer einzigartigen Zeichenkette von Emojis bestehen. Als Beispiel nennt Opera hier etwa die Adresse der Sängerin Kesha(öffnet im neuen Fenster) : y.at/🌈🚀👽(öffnet im neuen Fenster) beziehungsweise 🌈🚀👽.y.at(öffnet im neuen Fenster) ( Punycode(öffnet im neuen Fenster) ). Der Opera Browser wird dann jedoch nicht mehr die gesamte Domain beziehungsweise den URL-Pfad darstellen, sondern nur noch die Emojis.

Das Geschäftsmodell von Yat zielt dabei wie auch der Hype um die NFTs auf eine künstliche Verknappung, schließlich lassen sich die Emoji-Zeichenketten nur einmal vergeben. Wie das Magazin Fortune berichtet(öffnet im neuen Fenster) , reichen die Preise für die verkauften Emoji-Adressen von 4 US-Dollar, bis hin zu angeblich bereits gezahlten 425.000 US-Dollar für eine Adresse aus nur einem einzigen Emoji. Seit Februar 2021 soll das Unternehmen insgesamt 20 Millionen US-Dollar eingenommen haben.

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Der Autor meint dazu:

Das Geschäftsmodell von Yat, auf das nun auch Opera aufspringt, zielt darauf, Menschen das Gefühl zu geben, einen Trend zu verpassen - in diesem Fall individuelle Emoji-Domains. Ähnlich funktioniert dies auch bei NFT oder anderen fadenscheinigen sogenannten Crypto-Investitionen oft nach Pump-and-Dump-Schema(öffnet im neuen Fenster) .

Dass mit den Emojis vor allem schnelles Geld gemacht werden soll, zeigt sich daran, dass Yat anders als üblich keine dauerhaft laufende Gebühr für die Registrierung verlangt. Monatliche Gebühren dienen eigentlich dazu, die laufenden Kosten des DNS-Betriebs zu decken. Yat scheint dies zumindest derzeit überhaupt nicht umzusetzen. Geht der Dienst pleite oder verschwinden die Gründer mit dem Geld, verschwinden natürlich auch die Emoji-Domains. Das zeugt eher von einem dubiosen Geschäftsmodell.

Hinzu kommt, dass Yat überhaupt nichts Neues macht. Dank Punycode gibt es seit langem die Möglichkeit, Emoji-Domains zu nutzen, nur eben bei freier Wahl des Registrars und der Top-Level-Domain. Opera und Yat setzen hier wieder auf ein vermeintliches Alleinstellungsmerkmal, das etwas Besonderes suggerieren soll, aber nicht ist. Es schmerzt zu sehen, dass der einst respektable Opera-Browser inzwischen zu einem irrelevantem Produkt geworden ist, dessen Macher versuchen, mit NFT , Web3 und anderen dubiosen Investments Geld zu verdienen.


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