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Browser: Opera 12 mit zahlreichen Verbesserungen ist da

Opera Software hat den Desktopbrowser Opera 12 veröffentlicht. Mit der neuen Version erhalten Opera-Nutzer eine umfassende Hardwarebeschleunigung, separate Prozesse für Plugins, mehrere Geschwindigkeitsoptimierungen sowie 64-Bit-Versionen des Browsers .
/ Ingo Pakalski
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Opera 12 ist fertig. (Bild: Opera)
Opera 12 ist fertig. Bild: Opera

Mit Opera 12 ist der Browserstart optimiert worden. Nun soll der Browser selbst mit sehr vielen gespeicherten Tabs genauso schnell starten wie mit nur einem offenen Tab. In der Vorversion startete Opera zwar mit vielen Tabs schon recht schnell, war aber langsamer, als wenn keine Tabs beim Start geöffnet werden mussten. Mit diesen Optimierungen wurde auch das Beenden des Browsers beschleunigt, denn bei sehr vielen geöffneten Tabs konnte es bisher eine Weile dauern, bis der Browser beendet war.

Opera 12 – Trailer
Opera 12 – Trailer (01:06)

Allgemein soll die neue Opera-Version Webseiten deutlich schneller laden als die Vorversion. Dazu werden Skripte, Style Sheets und Bilder effizienter als bisher geladen. Weitere Geschwindigkeitsverbesserungen gab es beim Laden verschlüsselter Webseiten via https, so dass diese nun zügiger erscheinen sollten. Als neue Funktion informiert Opera über die Prozessorauslastung innerhalb des Browsers. Dazu gibt man opera:cpu in die Adressleiste ein und kann herausfinden, ob eine bestimmte Webseite den Browser besonders stark belastet oder sogar ausbremst.

Für einen weiteren Geschwindigkeitsschub unterstützt Opera 12 nun Hardwarebeschleunigung per GPU. Von der GPU wird nicht nur das Anzeigen der Webseiten, sondern auch die Bedienoberfläche selbst beschleunigt. Davon sollen auch Anwender von Linux und Mac OS X Lion sowie älteren Betriebssystemen wie Windows XP profitieren, die bei anderen Browsern oft keine Hardwarebeschleunigung erhalten.

Hardwarebeschleunigung standardmäßig abgeschaltet

Wie auch in den Opera-12-Vorversionen ist die Hardwarebeschleunigung standardmäßig nicht aktiviert. Diesen Schritt hat Opera Software gewählt, weil es abhängig vom Betriebssystem, von der Grafikkarte und von den Treibern Probleme mit der Stabilität und Geschwindigkeit geben kann. In Opera 12 kann die Hardwarebeschleunigung aktiviert werden, indem opera:config in die Adresszeile eingegeben wird und dann im Bereich Userprefs die Einstellung "Enable WebGL" sowie "Enable Hardware Acceleration" aktiviert wird. Zudem kann mittels der Einstellung "Preferred Renderer" zwischen OpenGL (0) und DirectX (1) gewechselt werden. Mit der Eingabe opera:gpu in der Adresszeile kann der Status der Hardwarebeschleunigung abgefragt werden.

Plugins führt die neue Opera-Version in einem separaten Prozess aus und folgt damit dem Vorbild anderer Browser. Der Ansatz hat den Vorteil, dass beim Absturz eines Plugins der Browser weiter funktioniert. Dann muss die betreffende Webseite nur neu geladen werden, um das Plugin wieder zu aktivieren. Nach Angaben von Opera Software sind ein Drittel der Browserabstürze auf Abstürze von Plugins zurückzuführen.

Themes- und Kamera-Unterstützung

Für die neue Opera-Version ist eine neue Themes-Funktion(öffnet im neuen Fenster) geplant. Themes sollen sich einfacher erstellen und aktivieren lassen als bisher. Mit Themes kann das Erscheinungsbild des Browsers angepasst werden.

Mit Opera 12 kann eine integrierte oder angeschlossene Kamera genutzt werden. Der Browser unterstützt "getUserMedia", worüber Web-Apps auf die Kamera zugreifen können. Opera zeigt in Demo-Apps wie Photo Booth(öffnet im neuen Fenster) , Polaroid(öffnet im neuen Fenster) oder Face Kat(öffnet im neuen Fenster) , wie das aussehen kann.

Opera Reader für bequemes Lesen

Die unter dem Namen Opera Reader im vergangenen Jahr vorgestellte Technik hat Opera unter dem Namen CSS3 Generated Content for Paged Media zur Standardisierung freigegeben. Mit wenigen Zeilen CSS sollen sich Webseiten besser lesbar machen lassen: Statt dass Nutzer scrollen müssen, werden die Inhalte auf mehrere Seiten zum Durchblättern verteilt und das Ganze automatisch an die Bildschirmgröße angepasst.

Demo von Opera Reader – Herstellervideo
Demo von Opera Reader – Herstellervideo (07:37)

Damit werden Webseiten gelesen, indem mit einem Maus- oder Fingerwisch nach links und rechts in einem Artikel geblättert wird. Um wieder zur Startseite zu gelangen, wird der aktuelle Inhalt einfach mit der Maus oder dem Finger nach unten gezogen. Das Bedienkonzept ähnelt dem des Feed-Reader Newsroom auf Android- und WebOS-Geräten.

Do Not Track integriert

Mit Opera 12 erhält der norwegische Browser eine Do-Not-Track-Funktion. Diese kann in den Opera-Einstellungen im Bereich Sicherheit aktiviert oder abgeschaltet werden. Die Vorschläge bei der Eingabe in die Adresszeile sollen durch mehrere Optimierungen nun besser als bisher passen.

In Sachen CSS unterstützt Opera 12 zudem Animations und Transitions. Auch HTML5-Drag-and-Drop kann genutzt werden und Opera beherrscht Cross-Origin Resource Sharing (CORS). Das Security Badge von Opera wurde überarbeitet, so dass es künftig einfacher sein soll zu erkennen, ob eine Webseite auf den eigenen Aufenthaltsort oder die Kamera zugreifen will.

Die Plattform zur Erweiterung von Opera wurde um neue Schnittstellen ergänzt, darunter ein Windows- und Tabs-API. Die Plattformen Unite und Widgets hingegen werden künftig nicht mehr unterstützt.

Opera 12(öffnet im neuen Fenster) steht als 32- und 64-Bit-Version ab sofort für Windows, Mac OS und Linux unter anderem in deutscher Sprache zum Herunterladen bereit. Windows-Nutzer erhalten weiterhin standardmäßig die 32-Bit-Version von Opera zum Download, weil die 64-Bit-Ausführung mehr Speicher benötigt als die 32-Bit-Fassung. Wer also lieber die 64-Bit-Version haben möchte, muss diese explizit auswählen.


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