Browser-Fuzzing: 150 Speicherzugriffsfehler im Internet Explorer

Chinesischen Forschern ist es gelungen, mit einer relativ simplen Methode zahlreiche Use-after-Free-Fehler im Internet Explorer zu finden. Einem der Forscher wurde die Einreise in die EU zur Black-Hat-Konferenz verwehrt.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Mittels Fuzzing lassen sich im Internet Explorer viele Sicherheitslücken finden.
Mittels Fuzzing lassen sich im Internet Explorer viele Sicherheitslücken finden. (Bild: Microsoft / bearbeitet)

Auf der Black Hat Europe stellte der chinesische Sicherheitsforscher Royce Lu eine Methode vor, mit der er und sein Kollege Bo Qu eine ganze Reihe von sicherheitskritischen Fehlern im Internet Explorer von Microsoft entdeckt haben. Grundlage ist ein Fuzzing-Tool mit einer Strategie, die sie PAIRS getauft haben. Eigentlich wollten die beiden den Vortrag gemeinsam halten, Bo Qu hatte aber kein Visum für die Einreise in die EU erhalten.

Etwas auseinandernehmen und wieder zusammensetzen

Stellenmarkt
  1. SAP Intelligent Enterprise Consultant (m/w/d) - Analytics
    Lufthansa Industry Solutions AS GmbH, Norderstedt
  2. Scrum Master (m/w/d)
    Cegeka Deutschland GmbH, deutschlandweit (Home-Office)
Detailsuche

Lu beschrieb mittels einer Analogie, wie sie auf die Idee für ihr Fuzzing-Tool kamen: Bo Qu hatte versucht, das iPhone seiner Frau zu reparieren, weil das Display defekt war. Das Ganze endete damit, dass er vergaß, die Kamera wieder einzubauen, zwei Schrauben verloren hatte und das Gerät überhaupt nicht mehr funktionierte. Die Schlussfolgerung: Ingenieure sind manchmal schlecht darin, Dinge auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen.

Ähnlich sah nun auch die Fuzzing-Strategie von PAIRS aus. Gesucht wurden gegensätzliche Browserfunktionen, also Befehle, die eine Aktion zuerst in eine Richtung und anschließend in eine andere Richtung durchführen. Beispiele sind etwa die CSS-Eigenschaften visible/hidden oder die Indent/Outdent-Kommandos in Javascript. Zwischen solchen Paaren von Kommandos wurden zufällige Befehle eingefügt, und die Gesamtstruktur des Testdokuments wurde möglichst ähnlich wie frühere Exploits für Browser-Bugs gestaltet.

Mit diesen Beispieldokumenten wurde der Internet Explorer getestet und Abstürze gesammelt. Die Tests liefen in virtuellen Maschinen ab, dabei liefen 20 virtuelle Systeme parallel.

150 vermutlich sicherheitskritische Fehler

Golem Akademie
  1. IT-Sicherheit für Webentwickler
    5.-6. Juli 2021, online
  2. Webentwicklung mit React and Typescript
    20.-24. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Royce Lu sagte, dass sie zu Beginn hofften, im günstigsten Fall damit etwa ein Dutzend Fehler im Browser zu finden. Letztendlich fanden sie aber deutlich mehr. Das Fuzzing-Tool erzeugte circa 400 Abstürze des Internet Explorers, darunter befanden sich circa 150 vermutlich ausnutzbare Sicherheitslücken. Bislang wurden 106 der Fehler an Microsoft gesendet, einige davon wurden als Duplikate oder als unkritisch zurückgewiesen. Ganz überwiegend handelte es sich um sogenannte Use-after-Free-Fehler im Speichermanagement. 71 der Fehler haben inzwischen CVE-IDs erhalten.

Einige der Use-after-Free-Lücken werden durch Schutzmechanismen im Speichermanagement des Internet Explorers abgefangen, aber Lu argumentierte, dass man sie in jedem Fall beheben sollte. Es sei gut vorstellbar, dass zukünftige Angriffsmethoden die Schutzmechanismen umgehen können und damit solche Fehler wieder kritisch werden.

Chrome und Safari nächste Ziele

Bisher wurde das Tool nur mit dem Internet Explorer getestet, die beiden Forscher planen jedoch, demnächst auch Chrome und Safari damit unter die Lupe zu nehmen. Auch für PDF-Viewer und Flash könnte man Methoden aus PAIRS einsetzen, da dort ebenfalls JavaScript-Code eingebettet werden kann. Veröffentlicht werden soll PAIRS nicht, Lu sagte aber, dass er andere Personen dazu motivieren möchte, ähnliche Strategien selbst zu implementieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Frommer Legal
Große Abmahnwelle wegen Filesharing in Deutschland

Mehrere Zehntausend Menschen suchen derzeit Hilfe bei einer Anwaltskanzlei, weil sie wegen angeblich illegalem Filesharing abgemahnt wurden.

Frommer Legal: Große Abmahnwelle wegen Filesharing in Deutschland
Artikel
  1. Autonomes Fahren: Amazon kauft Systeme für selbstfahrende Lkw
    Autonomes Fahren
    Amazon kauft Systeme für selbstfahrende Lkw

    Der Internetkonzern Amazon will in ein Startup für autonomes Fahren investieren.

  2. Kriminalität: Dresdnerin wegen Mordauftrag im Darknet angeklagt
    Kriminalität
    Dresdnerin wegen Mordauftrag im Darknet angeklagt

    Eine 41-Jährige aus Dresden ist angeklagt, im Darknet einen Mord in Auftrag gegeben zu haben. Für die Ermordung der neuen Freundin ihres Ex-Mannes soll sie 0,2 Bitcoin geboten haben.

  3. Kim Schmitz' Lebensgeschichte: Die Dotcom-Blase
    Kim Schmitz' Lebensgeschichte
    Die Dotcom-Blase

    Glaubt man seiner Autobiografie, wollte Kim Schmitz als Jugendlicher einfach nur raus aus seinem Leben. Also schuf er sich ein neues: als Kim Dotcom.
    Von Stephan Skrobisch

violator 20. Okt 2014

tot - töter - am tötensten

Himmerlarschund... 20. Okt 2014

Wahrscheinlich dauert das Prozedere beim Fummelfox zu lange. Wenn der mal abstürzt, hängt...

Djinto 17. Okt 2014

...bei den Schweissern heisst das: Loch an Loch und hält doch! Schönes WE! Edit wg. Typo


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Amazon Prime Day nur noch heute • SSD (u. a. Samsung 980 Pro 1TB PCIe 4.0 140,19€) • Gaming-Laptops von Razer & MSI • Crucial 32GB Kit 4000MHz 269,79€ • 30% auf Warehouse • Surface Pro 7 664,05€ • Monitore (u. a. Acer 27" WQHD 144Hz 259€) • Gaming-Chairs • Gönn dir Dienstag [Werbung]
    •  /