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Browser: Firefox bringt Quic und HTTP/3

Nach langen Experimenten aktiviert der Firefox -Browser nun Quic und HTTP/3 in der Vorabversion. Stabiler Support folgt in wenigen Wochen.
/ Sebastian Grüner
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Firefox unterstützt Quic und HTTP/3. (Bild: Wei-Te Wong)
Firefox unterstützt Quic und HTTP/3. Bild: Wei-Te Wong / CC-BY-SA 2.0

Die aktuellen Vorabversionen des Firefox-Browsers von Mozilla unterstützen in den Nightly- und Beta-Zweigen das neue HTTP/3 sowie das zugrundeliegende Quic-Protokoll. Das kündigt der Browserhersteller Mozilla in seinem Hacks-Entwicklungsblog(öffnet im neuen Fenster) an. Eine stabile Veröffentlichung und Unterstützung der neuen Protokolle soll mit der Firefox-Version 88 beginnen und bis Ende Mai standardmäßig für alle Nutzer bereitstehen. Die Unterstützung wird wohl demnach schrittweise verteilt.

Bisher musste zur Nutzung der neuen Protokolle sowie der verschiedenen Entwurfsversionen dieser eine spezielle Option in about:config aktiviert werden. Das übernimmt der Browser nun standardmäßig. Der Hauptentwickler des Kommandozeilenwerkzeugs Curl, Daniel Stenberg, hat auf einer Webseite eine Liste von Webseiten bereitgestellt(öffnet im neuen Fenster) , die HTTP/3 serverseitig unterstützen. In einem kurzen Test konnten wir bestätigen, dass die Verbindung per HTTP/3 unterstützt wird. Der Firefox-Browser zeigt dies dann auch in den Entwicklungswerkzeugen an.

Laut Mozilla wird der Browser künftig eine Verbindung per HTTP/3 bevorzugen, sofern das Protokoll serverseitig unterstützt wird. Das gilt etwa für die Server von Google oder Facebook. Serverbetreiber können die HTTP/3-Unterstützung über den Alt-Svc-Header mitteilen oder über einen speziellen DNS-Record. Firefox unterstützt dabei die Entwurfsversionen 27 bis 32.

HTTP/3 macht Verbindungen schneller

In der Ankündigung hebt Mozilla drei grundlegende Vorteile von HTTP/3 gegenüber der Vorversion HTTP/2 hervor. Demnach sei die neue Protokollversion schneller, da diese letztlich auf UDP aufbaue. Ebenso werde das sogenannte Head-of-line-Blocking, also eine Art Paketstau, umgangen und das Protokoll sei besser geeignet, Paketverluste zu erkennen und zu beheben.

Bei HTTP/3 handelt es sich um das bei der IETF ursprünglich als HTTP-über-Quic erstellte Protokoll. Die IETF hatte die Arbeiten von Google an Quic für eine eigene Standardisierung übernommen. Dabei wurde das IETF Quic im Gegensatz zur Ursprungsidee aber in ein Transportprotokoll und darüberliegende Schichten aufgeteilt.


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