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Browser: Brave entfernt strengen Fingerprinting-Schutz

Klingt absurd, ist aber Absicht. Die Entwickler des Brave- Browsers lockern den Datenschutz, um für mehr Datenschutz zu sorgen.
/ Andreas Fischer
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Der Fingerprinting-Schutz im Brave-Browser war zu streng. (Bild: ar130405 auf Pixabay)
Der Fingerprinting-Schutz im Brave-Browser war zu streng. Bild: ar130405 auf Pixabay / Pixabay License

Der Fingerprinting-Schutz in Brave war nach Angaben der Entwickler zu strikt, so dass einige Webseiten damit nicht mehr richtig funktionierten. Beginnend mit den Desktop- und Android-Versionen 1.64 ihres Browsers, die in ein paar Monaten erscheinen sollen, wollen sie daher den "strengen" Fingerprinting-Schutz wieder entfernen. Standardmäßig war er ohnehin nicht aktiviert. Aktuell ist die Version 1.61.

Der Browser konnte bislang bestimmte Merkmale randomisieren, die auf den Nutzer und das von ihm verwendete System hinweisen. Das sollte die von vielen Webseiten und Tracking-Firmen genutzten Fingerprinting-Techniken verwirren, so dass sie keine Profile mehr über die Besucher erstellen könnten.

Bereits 2020 gaben die Brave-Entwickler aber zu, dass sich moderne Fingerprinting-Techniken nur schwer blockieren lassen(öffnet im neuen Fenster) . Entweder sei es unmöglich, zum Beispiel die Bildschirmauflösung oder die installierten Fonts vor einer Webseite zu verbergen, oder aber das Blockieren führe zu Fehlern.

Vier Jahre später ziehen die Brave-Entwickler nun Konsequenzen. In einem Blog-Post(öffnet im neuen Fenster) nennen sie mehrere Gründe für ihre Entscheidung. Erstens funktionierten manche Webseiten nicht mehr richtig oder gar nicht, wenn der Browser die verwendeten Fingerprinting-APIs zu strikt blockiert. Das führe dazu, dass der "strenge Modus" für die meisten Web-Surfer nur einen eingeschränkten Nutzen habe. Zweitens hätten nur etwa 0,5 Prozent der Brave-Nutzer den strengen Modus überhaupt aktiviert.

Ein leises Rauschen bleibt

Das führt zum dritten Problem: Durch das Aktivieren des strengen Schutzes stechen genau diese Nutzer wieder heraus, was ja eigentlich vermieden werden sollte. Allerdings habe man dafür noch keine Belege finden können. Viertens komme hinzu, dass die Pflege des verschärften Fingerprinting-Schutzes schlicht wertvolle Zeit koste, die man besser für andere Bereiche verwenden könne, von denen dann weit mehr Nutzer profitierten.

Unterm Strich sei man daher zu dem Schluss gekommen, dass das Entfernen des strengen Schutzes vor Fingerprinting mehr für den Datenschutz der Nutzer bringt, als ihn zu behalten. Ab Version 1.64 bietet Brave daher nicht mehr die Möglichkeit, Werte zu randomisieren. Im weiterhin enthaltenen Standardmodus erzeugt Brave aber trotzdem noch ein leises Rauschen(öffnet im neuen Fenster) , um die Fingerprinting-APIs auch in Zukunft auf falsche Fährten zu führen.


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