Broadcast Positioning System: GPS-Alternative startet in nächste Testphase

Die National Association of Broadcasters (NAB) hat die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) dazu aufgefordert(öffnet im neuen Fenster) , die nötigen Rahmenbedingungen für den Betrieb des Broadcast Positioning Systems (BPS) zu schaffen. Die FCC übernimmt in den USA ähnliche Aufgaben wie die Bundesnetzagentur in Deutschland.
Das BPS wurde von der NAB als Reaktion auf eine Durchführungsverordnung(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, die von US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2020 erlassen wurde. Diese sah vor, die Widerstandsfähigkeit nationaler Ortungs-, Navigations- und Zeitgebungsdienste zu stärken.
Für die Übermittlung von Zeitdaten und der Bestimmung von Positionsdaten verwendet BPS den Rundfunkstandard ATSC 3.0(öffnet im neuen Fenster) . Dieser wird hauptsächlich in den USA, Südkorea, Brasilien und nur wenigen weiteren Ländern eingesetzt. Wegen der gegenüber GPS geringeren Genauigkeit, kann BPS zudem eher als Unterstützungsdienst und Bestätigungssystem fungieren.
Entwicklung soll bis 2029 abgeschlossen sein
Mit BPS übertragene Zeitdaten erreichen eine Genauigkeit von circa 100 Nanosekunden. Bei GPS sind es circa 10 Nanosekunden. Für eine Standortbestimmung müssen zudem mindestens vier ATSC-3.0-Sender in Empfangsreichweite sein, um eine Genauigkeit von 100 Metern zu erzielen. Ein Vorteil gegenüber GPS ist allerdings, dass BPS auch in geschlossenen Räumen funktioniert und weniger störanfällig ist.
Mit sogenanntem Spoofing, also dem Aussenden falscher Signale, lassen sich GPS-Störungen hervorrufen. Dies geschieht häufig über dem Ostseeraum, beeinflusst den dortigen Luftverkehr und ist mutmaßlich auf russische Aktivitäten zurückzuführen . Um feindliche Drohnen mit falschen Standortsignalen abzulenken, verwendet das ukrainische Militär ebenfalls GPS-Spoofing .
BPS befindet sich derzeit in der vierten von sechs Entwicklungsphasen, welche den Übergang von der Demonstrations- zur Marktreife darstellt. Bis zum Jahr 2027 soll die aktuelle Phase abgeschlossen sein und der Zeitdienst über BPS für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Bis 2029 soll auch der Ortungsdienst vollständig eingeführt und für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht sein.